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Besterhaltenes spätrömisches Kastell in Deutschland

Der Name Boppards in römischer Zeit (Boudobriga, Bodobrica) weist eindeutig auf keltischen Ursprung. Der Siedlungskern wird im Rheintal, am nordwestlichen Ende (stromabwärts) des heutigen Stadtgebietes, dem Anfang des Mühltals, vermutet. Diesem gaben die Kelten den Namen Boudobriga.


Lage
Vor- und Frühgeschichte
römische Zeit

Mittelalter 
Neuzeit 1525-1789
Neuzeit 1789-1945
Literaturhinweise

Impressum

regioNet mittelrhein (Institut für Geschichtliche Landeskunde an der Universität Mainz e.V.)

Lage

"Bopard, vorzeiten in Latein Bodobrica, ist eine Statt Teutschlands, auf der lincken seiten des Rheins ganz lüstig liegend, und ihres Zolls halben weit bekannt. ......".
Braun und Hogenberg (1575)

"Boppard liegt 50° 13' nördlicher Breite und 7° 35' östlicher Länge (Greenwich) am linken Ufer des Rheines, 20 km aufwärts von Coblenz. Nach Norden hin ist die Stadt geschützt durch die auf der rechten Rheinseite sich erhebenden Ausläufer des Taunus zwischen Camp und Filsen; nach Süden erheben sich die Ausläufer des Hunsrückens, aus welchem sechs Täler bei der Stadt münden. Die Gegend ist geradezu verschwenderich ausgestattet mit Naturschönheiten, und Boppard ist zweifellos eine der am schönsten gelegnen Städte des Mittelrheins...."

Diesen einleitenden Worten zur geografischen Lage von Schulrat Klein ist auch heute nichts wesentliches hinzuzufügen.

Klein, (Geschichte von Boppard, Boppard 1909)

Die Stadt Boppard - 75 Meter über NN. - am Mittelrhein.

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Vor- und Frühgeschichte

Natürliche Grundlagen und erste Siedler in der Vorzeit

Die Schwerpunkte der kulturgeschichtlichen Vergangenheit Boppards in der Vor -und Frühgeschichte lassen sich unschwer erkennen. Sie liegen nach bisherigen Erkenntnissen im Stadtgebiet und der näheren Umgebung nicht im zeitlichen Ablauf vorgeschichtlicher Kulturepochen. Dabei bietet gerade dieser Raum in siedlungsgeographischer Hinsicht günstige Voraussetzungen für die Menschen der Vorzeit. So ist es seit Dezember 2001 gelungen bei Ausschachtungsarbeiten in der nähe des Bahnhofs einen steinzeitlichen Lagerplatz der Federmesser-Gruppe (13000 Jahre) nachzuweisen. Diese Fundgruppe ist damit im Rheinengtal zwischen Bingen und Koblenz zum ersten Mal nachgewiesen und stellt neben den Funden des Jungpaläolithikum (Gravettien)der ehemaligen Ziegelei Müller in Brey vor hundert Jahren die zweite Fundstelle im Rheinengtal dar. Offenbar jagte eine Gruppe von Menschen - ungefähr zur Zeit des Laacher-See-Ausbruchs- in der klimatisch begünstigten Talweitung von Boppard und schlugen später in unmittelbarer Rheinnähe ihren Lagerplatz auf.

Text zur Vor- und Frühgeschichte

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Römisch

Die Besiedlung des Talgebietes von Boppard ist deutlich seit dem 1.Jahrh. n.Chr. nachzuweisen und wird historisch auf Grund des Namens Boudobriga im Itinerarium Provinciarum Antonini Augusti (3. Jahrh.), als Bontobrice in der Tabula Peutingeriana ( 4. Jahrh.). Der Name ist ebenso auf dem Meilenstein von Tongern als Boudobriga archäologisch nachzuweisen.

im 1.Jh.
römische Straßensiedlung im Eingangsbereich des Mühltales, sie liegt verkehrsgünstig am Rhein.
vom 2.Jh.- Mitte 3.Jh.
das römische Boudobriga liegt jetzt im Hinterland des Limes. Auch jetzt liegt die Bedeutung in der verkehrsgünstigen Lage an Rhein u. Straße.
ab Mitte 3. Jahrh.
durch die Aufgabe des Limes wird der Rhein wieder zur Grenze.
Mitte 4. Jahrh.
das spätrömische Kastell Bodobrica wird ca. 1 km rheinaufwärts von der Straßensiedlung errichtet. Es dient zur Grenzsicherung gegen die immer stärker das römische Imperium bedrängenden Germanen. Das römische Kastellbad ist archäologisch ausgegraben worden.
Ende 5. Jahrh.
das Kastell gelangt wohl in dieser Zeit in den fränkischen Herrschaftsbereich. Zahlreiche frühchristliche Grabsteine belegen den Fortbestand der romanischen Bevölkerung.

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Mittelalter

Der Übergang von der römischen Zeit ins Frühmittelalter hat sich in Boppard ohne Unterbrechung der Siedlungskontinuität vollzogen. Zeugnis dafür legen die vielen frühchristlichen Grabsteine ab, die in Boppard gefunden wurden. Diese wurden meist für romanische Christen gefertigt. Ab dem Ende des 5. Jahrh. ist durch Ausgrabungen eine frühchristliche Kirche mit Taufbecken unter der heutigen Pfarrkirche St. Severus nachgewiesen. Diese Kirche wurde durch einen Umbau des spätantiken Kastellbades geschaffen. Wichtig für die Bedeutung Boppards war die weitere Nutzung der spätantiken Festungsanlage als Stadtgebiet. Durch die überschaubare Größe war diese gut zu verteidigen. Zudem dauerte es Jahrhunderte, bis es wieder üblich wurde, Städte zu befestigen und bis die Bautechnik das hohe Niveau der römischen Spätantike erreichte.

im 5. Jahrh.
Umbau des römischen Kastellbades zu einer frühchristlichen Kirche mit Taufbecken
6.-7.Jahrh.
Zuzug von Franken, aber Fortbestand der romanischen Bevölkerung, Boppard ist als Münzstätte nachweisbar
643
Weinbau in Boppard - erste urkundliche Erwähnung der Stadt im frühen Mittelalter
Ende 8.Jahrh. karolingerzeitliche Kirche - nach einem Brand der frühchristlichen Neubau an gleicher Stelle
814
erster Beleg, daß Boppard als Fiskus organisiert war - das heißt wesentlicher Grundbesitz des Königs
975
erster Nachweis eines Königaufenthalts in Boppard - Otto III. auf der Reise nach Frankfurt
10.-12.Jh.
hochmittelalterlicher Landesausbau (neue Dörfer) stärkt die zentrale Rolle Boppards
Mitte 12. Jahrh.
Baubeginn der heute noch stehenden romanischen Kirche St. Severus
13. Jahrh.
Boppard im Zentrum der Auseinandersetzungen im staufisch-welfischen Thronstreit, ebenso im Interregnum (1245-1273)
1312
Verpfändung der Stadt durch König Heinrich VII. an seinen Bruder, Balduin von Luxemburg, Erzbischof von Trier
1327
Militärische Unterwerfung der Stadt durch den Erzbischof von Trier, Balduin von Luxemburg
nach 1327
Bau der Kurtrierischen Burg in der Stadt durch den Erzbischof von Trier
1497
Erneute Belagerung von Boppard durch den Erzbischof von Trier, Johann von Baden

Höhepunkt der Bedeutung und des Ansehens der Stadt Boppard war wohl die Periode des 12./13. Jahrhundert. Dies wird am Stadtsiegel deutlich, auf welchem die Pfarrkirche St.Severus dargestellt ist mit der Umschrift: + BOPARDIA. LIBERVM. ET. SPETIALE. OPIDVM. ROMANI. IMPERII

(Boppard, freie und besondere Stadt des Römischen Reiches).

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Neuzeit 1525-1789

Geschichte der Stadt Boppard in der frühen Neuzeit (1525-1789)

Dieser kurze Überblick basiert auf dem Kapitel " Boppard in der frühen Neuzeit " aus dem Buch "Boppard- Geschichte einer Stadt am Mittelrhein "und wurde vom Autor Franz Maier freundlicherweise zusammengestellt.

Im Zusammenhang mit dem Bauernkrieg von 1525 scheiterte der letzte Versuch der Stadt Boppard, gegenüber ihrem Landesherrn, dem Kurfürsten und Erzbischof von Trier, ein Stück der alten reichsstädtischen Autonomie zurückzugewinnen. Die folgenden zweieinhalb Jahrhunderte waren für die Stadt eine Zeit der Stagnation in politischer und wirtschaftlicher Hinsicht. Das Stadtbild behielt im wesentlichen sein mittelalterliches Gepräge. Auch eine Erweiterung über den mittelalterlichen Mauerring hinaus fand nicht statt, obwohl die Bevölkerungszahl von 1500 im 16. Jahrhundert auf über 2300 gegen Ende des 18. Jahrhunderts anstieg. Damit war Boppard nach Trier und Koblenz die drittgrößte Stadt im Kurfürstentum Trier.

Hier finden Sie eine Zeittafel zur Neuzeit mit den wichtigsten Daten.

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Neuzeit 1789-1945

Überblick der Geschichte der Stadt Boppard von 1789-1945

Dieser kurze Überblick basiert auf dem Buch "Boppard- Geschichte einer Stadt am Mittelrhein, Band 2 "und wurde vom Autor Bruno Korn freundlicherweise zusammengestellt.

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Literaturhinweise

"Boppard - Geschichte einer Stadt am Mittelrhein" Band 1 u. 2 Herausg. Dr. Mißling Text von Dr. Hans Helmut Wegner, Dr. Otto Volk, Franz Maier, Bruno Korn Dausner Verlag Boppard 1995/1997
"Spätrömisches Kastell und frühchristliche Kirche in Boppard" Von H. Eiden Ausgrabg. a. Mittelrhein u. Mosel 1963-1976, 1982
"Boppard, Das römische Bontobrica, Baudobriga oder Bodobrica." Von L. Eltester Bonner Jahrbücher 50/51 1871
"Siedlungs- und Kulturgeschichte der Vor- und Frühzeit" Von H. Fehr Kunstdenkmäler von Rheinland-Pfalz, Bd. 8, Stadt Boppard, 1988, S.19 ff
"Bauaufnahme der römischen Befestigung von Boppard" Von G. Stein Saalburg Jahrbuch 23, 1966, S. 106 ff.
"Römer in Rheinland-Pfalz" von H. Cüppers (Verlag Theiss, 1990)
"Die westliche Hunsrück-Eifel Kultur." Von A. Haffner. Römisch-germanische Forschungen 36, 1976
"Die Hunsrück-Eifel Kultur am Mittelrhein", H.E. Joachim Bonner Jahrbücher, Beiheft 29, 1968
"Boppard am Rhein, Ein Heimatbuch", Dr. A. Stollenwerk Rheindruck Boppard, (Selbstverlag der Stadt Boppard, 1977)

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Impressum


Erstellt unter Verwendung der zuvor aufgeführten Literatur soweit kein Verweis angeführt wird: von Klaus-Georg Brager
Copyright Klaus-Georg Brager, alle Rechte vorbehalten - E-mail: k.g.brager@t-online.de

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