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"Bopard,
vorzeiten in Latein Bodobrica, ist eine Statt Teutschlands,
auf der lincken seiten des Rheins ganz lüstig liegend,
und ihres Zolls halben weit bekannt. ......".
Braun und Hogenberg (1575)
"Boppard
liegt 50° 13' nördlicher Breite und 7° 35' östlicher
Länge (Greenwich) am linken Ufer des Rheines, 20 km aufwärts
von Coblenz. Nach Norden hin ist die Stadt geschützt
durch die auf der rechten Rheinseite sich erhebenden Ausläufer
des Taunus zwischen Camp und Filsen; nach Süden erheben
sich die Ausläufer des Hunsrückens, aus welchem
sechs Täler bei der Stadt münden. Die Gegend ist
geradezu verschwenderich ausgestattet mit Naturschönheiten,
und Boppard ist zweifellos eine der am schönsten gelegnen
Städte des Mittelrheins...."
Diesen
einleitenden Worten zur geografischen Lage von Schulrat Klein
ist auch heute nichts wesentliches hinzuzufügen.
Klein,
(Geschichte von Boppard, Boppard 1909)
Die Stadt Boppard - 75 Meter über NN. - am Mittelrhein.
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Vor- und Frühgeschichte
Natürliche
Grundlagen und erste Siedler in der Vorzeit
Die Schwerpunkte
der kulturgeschichtlichen Vergangenheit Boppards in der Vor
-und Frühgeschichte lassen sich unschwer erkennen. Sie
liegen nach bisherigen Erkenntnissen im Stadtgebiet und der
näheren Umgebung nicht im zeitlichen Ablauf vorgeschichtlicher
Kulturepochen. Dabei bietet gerade dieser Raum in siedlungsgeographischer
Hinsicht günstige Voraussetzungen für die Menschen
der Vorzeit. So ist es seit Dezember 2001 gelungen bei Ausschachtungsarbeiten
in der nähe des Bahnhofs einen steinzeitlichen Lagerplatz
der Federmesser-Gruppe (13000 Jahre) nachzuweisen. Diese Fundgruppe
ist damit im Rheinengtal zwischen Bingen und Koblenz zum ersten
Mal nachgewiesen und stellt neben den Funden des Jungpaläolithikum
(Gravettien)der ehemaligen Ziegelei Müller in Brey vor
hundert Jahren die zweite Fundstelle im Rheinengtal dar. Offenbar
jagte eine Gruppe von Menschen - ungefähr zur Zeit des
Laacher-See-Ausbruchs- in der klimatisch begünstigten
Talweitung von Boppard und schlugen später in unmittelbarer
Rheinnähe ihren Lagerplatz auf.
Text
zur Vor- und Frühgeschichte
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Römisch
Die Besiedlung
des Talgebietes von Boppard ist deutlich seit dem 1.Jahrh.
n.Chr. nachzuweisen und wird historisch auf Grund des Namens
Boudobriga im Itinerarium Provinciarum Antonini Augusti (3.
Jahrh.), als Bontobrice in der Tabula Peutingeriana ( 4. Jahrh.).
Der Name ist ebenso auf dem Meilenstein von Tongern als Boudobriga
archäologisch nachzuweisen.
im
1.Jh.
römische Straßensiedlung im Eingangsbereich des
Mühltales, sie liegt verkehrsgünstig am Rhein.
vom 2.Jh.- Mitte 3.Jh.
das römische Boudobriga liegt jetzt im Hinterland des
Limes. Auch jetzt liegt die Bedeutung in der verkehrsgünstigen
Lage an Rhein u. Straße.
ab Mitte 3. Jahrh.
durch die Aufgabe des Limes wird der Rhein wieder zur Grenze.
Mitte 4. Jahrh.
das spätrömische Kastell Bodobrica wird ca. 1 km rheinaufwärts
von der Straßensiedlung errichtet. Es dient zur Grenzsicherung
gegen die immer stärker das römische Imperium bedrängenden
Germanen. Das römische Kastellbad
ist archäologisch ausgegraben worden.
Ende 5. Jahrh.
das Kastell gelangt wohl in dieser Zeit in den fränkischen
Herrschaftsbereich. Zahlreiche frühchristliche Grabsteine
belegen den Fortbestand der romanischen Bevölkerung.
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Mittelalter
Der Übergang
von der römischen Zeit ins Frühmittelalter hat sich
in Boppard ohne Unterbrechung der Siedlungskontinuität
vollzogen. Zeugnis dafür legen die vielen frühchristlichen
Grabsteine ab, die in Boppard gefunden wurden. Diese wurden
meist für romanische Christen gefertigt. Ab dem Ende
des 5. Jahrh. ist durch Ausgrabungen eine frühchristliche
Kirche mit Taufbecken unter der heutigen Pfarrkirche St. Severus
nachgewiesen. Diese Kirche wurde durch einen Umbau des spätantiken
Kastellbades geschaffen. Wichtig für die Bedeutung Boppards
war die weitere Nutzung der spätantiken Festungsanlage
als Stadtgebiet. Durch die überschaubare Größe
war diese gut zu verteidigen. Zudem dauerte es Jahrhunderte,
bis es wieder üblich wurde, Städte zu befestigen
und bis die Bautechnik das hohe Niveau der römischen
Spätantike erreichte.
im
5. Jahrh.
Umbau des römischen Kastellbades zu einer frühchristlichen
Kirche mit Taufbecken
6.-7.Jahrh.
Zuzug von Franken, aber Fortbestand der romanischen Bevölkerung,
Boppard ist als Münzstätte nachweisbar
643
Weinbau in Boppard - erste urkundliche Erwähnung der
Stadt im frühen Mittelalter
Ende 8.Jahrh. karolingerzeitliche Kirche - nach einem Brand
der frühchristlichen Neubau an gleicher Stelle
814
erster Beleg, daß Boppard als Fiskus organisiert war
- das heißt wesentlicher Grundbesitz des Königs
975
erster Nachweis eines Königaufenthalts in Boppard - Otto
III. auf der Reise nach Frankfurt
10.-12.Jh.
hochmittelalterlicher Landesausbau (neue Dörfer) stärkt
die zentrale Rolle Boppards
Mitte 12. Jahrh.
Baubeginn der heute noch stehenden romanischen Kirche St.
Severus
13. Jahrh.
Boppard im Zentrum der Auseinandersetzungen im staufisch-welfischen
Thronstreit, ebenso im Interregnum (1245-1273)
1312
Verpfändung der Stadt durch König Heinrich VII.
an seinen Bruder, Balduin von Luxemburg, Erzbischof von Trier
1327
Militärische Unterwerfung der Stadt durch den Erzbischof
von Trier, Balduin von Luxemburg
nach 1327
Bau der Kurtrierischen Burg in der Stadt durch den Erzbischof
von Trier
1497
Erneute Belagerung von Boppard durch den Erzbischof von Trier,
Johann von Baden
Höhepunkt
der Bedeutung und des Ansehens der Stadt Boppard war wohl
die Periode des 12./13. Jahrhundert. Dies wird am Stadtsiegel
deutlich, auf welchem die Pfarrkirche St.Severus dargestellt
ist mit der Umschrift: + BOPARDIA. LIBERVM. ET. SPETIALE.
OPIDVM. ROMANI. IMPERII
(Boppard,
freie und besondere Stadt des Römischen Reiches).
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Neuzeit
1525-1789
Geschichte
der Stadt Boppard in der frühen Neuzeit (1525-1789)
Dieser
kurze Überblick basiert auf dem Kapitel " Boppard
in der frühen Neuzeit " aus dem Buch "Boppard-
Geschichte einer Stadt am Mittelrhein "und wurde vom
Autor Franz Maier freundlicherweise zusammengestellt.
Im Zusammenhang
mit dem Bauernkrieg von 1525 scheiterte der letzte Versuch
der Stadt Boppard, gegenüber ihrem Landesherrn, dem Kurfürsten
und Erzbischof von Trier, ein Stück der alten reichsstädtischen
Autonomie zurückzugewinnen. Die folgenden zweieinhalb Jahrhunderte
waren für die Stadt eine Zeit der Stagnation in politischer
und wirtschaftlicher Hinsicht. Das Stadtbild behielt im wesentlichen
sein mittelalterliches Gepräge. Auch eine Erweiterung über
den mittelalterlichen Mauerring hinaus fand nicht statt, obwohl
die Bevölkerungszahl von 1500 im 16. Jahrhundert auf über
2300 gegen Ende des 18. Jahrhunderts anstieg. Damit war Boppard
nach Trier und Koblenz die drittgrößte Stadt im Kurfürstentum
Trier.
Hier finden
Sie eine Zeittafel zur Neuzeit mit
den wichtigsten Daten.
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Neuzeit
1789-1945
Überblick
der Geschichte der Stadt Boppard von 1789-1945
Dieser
kurze Überblick basiert auf dem Buch "Boppard- Geschichte
einer Stadt am Mittelrhein, Band 2 "und wurde vom Autor
Bruno Korn freundlicherweise zusammengestellt.
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Literaturhinweise
"Boppard
- Geschichte einer Stadt am Mittelrhein" Band 1 u.
2 Herausg. Dr. Mißling Text von Dr. Hans Helmut Wegner,
Dr. Otto Volk, Franz Maier, Bruno Korn Dausner Verlag Boppard
1995/1997
"Spätrömisches Kastell und frühchristliche
Kirche in Boppard" Von H. Eiden Ausgrabg. a. Mittelrhein
u. Mosel 1963-1976, 1982
"Boppard, Das römische Bontobrica, Baudobriga
oder Bodobrica." Von L. Eltester Bonner Jahrbücher
50/51 1871
"Siedlungs- und Kulturgeschichte der Vor- und Frühzeit"
Von H. Fehr Kunstdenkmäler von Rheinland-Pfalz, Bd. 8,
Stadt Boppard, 1988, S.19 ff
"Bauaufnahme der römischen Befestigung von Boppard"
Von G. Stein Saalburg Jahrbuch 23, 1966, S. 106 ff.
"Römer in Rheinland-Pfalz" von H. Cüppers
(Verlag Theiss, 1990)
"Die westliche Hunsrück-Eifel Kultur."
Von A. Haffner. Römisch-germanische Forschungen 36, 1976
"Die Hunsrück-Eifel Kultur am Mittelrhein",
H.E. Joachim Bonner Jahrbücher, Beiheft 29, 1968
"Boppard am Rhein, Ein Heimatbuch", Dr. A.
Stollenwerk Rheindruck Boppard, (Selbstverlag der Stadt Boppard,
1977)
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