Cäsar - ein Klärmeister?
Ursprung
der Kanalisation in Boppard
22
Jahre Kanalwerke Stadt Boppard
Technische
Angaben zur Kläranlage Oppenhausen/Herschwiesen
Klärschlammverwertung
Finanzielle
Situation, Gebührenentwicklung
Cäsar
- ein Klärmeister ?
Kanalisation und Abwassertechnik
Es
ist ein erstaunliches Phänomen, daß auf eine
der bemerkenswertesten Errungenschaften der zivilisierten
Welt, nämlich einer tadellos funktionierenden Abwasserentsorgung,
die meisten Betrachter nur mit einem Naserümpfen reagieren.
Bedenkt
man, wie stolz die Menschheit auf die Geschichte der Bildenden
Künste, der Architektur und der Wissenschaften blickt,
ist es eigentlich erstaunlich, daß die Kunst der sinnreichen
Entwässerung so stiefkindlich behandelt wird. Obwohl
doch die Perfektion der Kanalisation wie kein anderes Merkmal
eine Hochkultur von einer primitiven zu unterscheiden vermag.
Hierzu
finden wir viele Hinweise wie z. B. in der ägyptischen
Geschichte vor ca. 2600 Jahren, oder aber in der römischen
Hochblüte ca. 32 Jahre vor Christi Geburt.
Abwassertechnik
zu Zeiten der Hochkulturen
Schon
während der Blütezeit Mesopotamiens (3. Jahrtsd.
v. Chr.) hatten frühe Ingenieure ein weitverzweigtes
System von Abwasserkanälen und Senkgruben entworfen,
welches die Abwässer durch Tonröhren ableitete.
Ähnliches ist den Historikern aus den alten Hochkulturen
von Ägypten und Indien bekannt.
Der jüngere Palast von Knossos auf Kreta beeindruckt
nicht nur durch seine Architektur, sondern gibt auch Zeugnis
von einem weit entwickelten Entwässerungssystem der
minoischen Kultur, das sich aus ineinandergefügten,
konischen Tonröhren zusammensetzte. (17./16. Jhdt.
v. Chr.) Doch
wie auf so vielen anderen Gebieten war es der innovative
Geist der Römer, der die Abwassertechnik durch ein
ausgeklügeltes System der Kanalisation zu einem ersten
Höhepunkt führte. Schon
lange vor Cäsars Zeit, im 6. Jahrhundert v. Chr. baute
man in Rom einen überwölbten Abwasserkanal, den
cloaca maxima, an den in der Folgezeit sämtliche Abwasserleitungen
der Stadt angeschlossen waren. Die Kanäle wurden gemauert,
und neben den Tonröhren gab es schon erste eiserne
Leitungen mit entsprechenden Armaturen. Es
gab aber auch nichtkanalisierte Teile der Stadt, wo sich
die Latrinen in Gruben entleerten. Außer dem Eintrittsgeld
für die Benutzung der Latrinen zogen die Besitzer auch
Gewinn durch den Verkauf der gesammelten Exkremente an die
Gärtner in der Umgebung Roms.
Kanalisation und Abwassertechnik
Es
ist ein erstaunliches Phänomen, daß auf eine
der bemerkenswertesten Errungenschaften der zivilisierten
Welt, nämlich einer tadellos funktionierenden Abwasserentsorgung,
die meisten Betrachter nur mit einem Naserümpfen reagieren.
Bedenkt
man, wie stolz die Menschheit auf die Geschichte der Bildenden
Künste, der Architektur und der Wissenschaften blickt,
ist es eigentlich erstaunlich, daß die Kunst der sinnreichen
Entwässerung so stiefkindlich behandelt wird. Obwohl
doch die Perfektion der Kanalisation wie kein anderes Merkmal
eine Hochkultur von einer primitiven zu unterscheiden vermag.
Hierzu
finden wir viele Hinweise wie z. B. in der ägyptischen
Geschichte vor ca. 2600 Jahren, oder aber in der römischen
Hochblüte ca. 32 Jahre vor Christi Geburt.
Abwassertechnik zu Zeiten der delszweig, der von Vespasian
besteuert wurde. Das Sprichwort "Pecunia non olet"
(Geld stinkt nicht) ist bis auf unsere Tage überkommen.
Die heutigen Kanalwerke haben also letztendlich ihren Ursprung
im alten Rom. Erstaunlicherweise
beschäftigten sich die Baumeister Griechenlands erst
mit einer verbesserten Abwassertechnik, als die große
Zeit dieser Kultur ihren Zenit bereits überschritten
hatte; man begann erst ab dem 3. Jhdt. v. Chr. mit dem Bau
von unterirdisch gelegenen Kanälen. Ein
bewundernswertes Zeugnis einer weitentwickelten Technik
der Städteentwässerung ist uns aus dem alten Amerika
überkommen: in den Ruinen der Andenstadt Tiahuanaco,
die ihre Blütezeit vom 9. bis 12. Jhdt. erlebte, fand
man die Reste eines steinernen, unterirdischen Kanalnetzes,
das die Abwässer zu einem außerhalb gelegenen
Sammelbecken leitete.
Pasteur
und die Kanalisation, eine Innovation im 19.Jhd.
Nicht
zuletzt dem anfänglich als Phantasten belächelten
Louis Pasteur ist es zu verdanken, daß in der Mitte
des 19. Jahrhunderts endlich der Zusammenhang zwischen den
verheerenden Schmutzseuchen Pest, Cholera und Typhus und
der mangelnden Hygiene erkannt wurde.
Weil sich die Abwässer in offenen Rinnen durch die
Städte schlängelten, und die Menschen immer wieder
den eigenen Abfallstoffen und den ausgeschieden Krankheiten
ausgesetzt waren, konnten sich Krankheiten ungehindert wie
ein Lauffeuer verbreiten. Im 19. Jahrhundert nun sollte
England nicht nur Avantgardist der industriellen Revolution
werden, sondern auch Wegbereiter in der Technik der Entwässerung
und der Abwasserbehandlung. Bereits im Jahr 1760 war in
der Stadt Edinburgh eine Kanalisation in Betrieb genommen
worden. Ab der Mitte des 19. Jahrhunderts arbeitete man
in England intensiv an einer Methode zur chemischen Aufbereitung
des Abwassers. Bald darauf erkannte man auch in Europa die
Gefahr der fehlenden Abwassertechnik; die Hafenstadt Danzig
machte 1869 den Anfang und baute eine Kanalisationsanlage.
Berlin folgte 1873 mit der Inbetriebnahme seiner Kanalisation
und nach und nach folgte das ganze Land. Erstaunlich ist
es für den heutigen Betrachter, daß eine Sache,
die uns so selbstverständlich erscheint, einen Luxus
bedeutet, der vor wenigen Generationen kaum vorstellbar
war.
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Ursprung der Kanalisation in Boppard
Während
etwa Mitte des 19. Jahrhunderts durchweg aus den unterschiedlichsten
Gründen eine Notwendigkeit zum Bau von Wasserleitungen
erkannt wurde, setzte sich diese Einsicht für notwendige
Kanalisationsmaßnahmen erst wesentlich später
durch. Auch
Bürgermeister Joseph Syrée (Legislaturperiode:
10.11.1848 bis 30.04.1892) erkannte die Notwendigkeit des
Baues von Wasserleitungen und stellte seine Absicht erstmals
1885 der Stadtverordnetenversammlung öffentlich vor.
In zahlreichen Gremiensitzungen, aber auch in der Bürgerschaft
war die Problematik "Bau von Wasserleitungen"
-oftmals gekoppelt mit der Frage einer Kanalisation- Gegenstand
hitzigster Diskussionen. Annähernd täglich wurde
über den aktuellen Sachstand berichtet und Argumente
"Für und Wider" in der örtlichen Presse
dargestellt.
"Bei
den in Ihrer Zeitung mehrfach Pro und Contra besprochenem
Projekt einer Wasserleitung vermißt Einsender dieses,
die Beantwortung der Frage, wie das bei Wasserleitung erfahrungsgemäß
verbrauchte bedeutende Wasserquantum aus den Häusern
wieder abgeleitet werden soll. Bei Neubauten wird hier bekanntlich
meist das System der Senken beliebt. Diese funktionieren
in der Regel in den ersten Jahren ganz prächtig. Dann
kommen Verstopfungen vor, das Schmutzwasser staut sich bis
in die Häuser zurück. Nun werden die Senken vertieft
oder neue angelegt. An der Syrée-Straße (Anm.:
heute Mainzer Straße) kann man diese Reparaturarbeiten
fast alljährlich beobachten. Vor kurzem ließ
man sogar vor einem Haus einen bis auf das Rheinniveau hinabreichenden
Brunnen anlegen, um dahinein das Schmutzwasser abzuleiten.
Nun stehen aber wohl alle Brunnen der St. Martinsmarkt in
derselben Kiesschicht, in der das Wasser mit dem Rhein steigt
und fällt. Wenn das Bedürfnis für Abzugskanäle
schon längst vorhanden war, so wird es zwingend werden,
sobald wir eine Wasserleitung haben. Also vorher auch diesen
Punkt ins Auge gefaßt, die Erfahrungen anderer Städte
befragt und bei den Kostenanschlägen auch die notwendige
Abzugskanäle nicht vergessen."
Bürgermeister
Syrée gelang es in seiner Dienstzeit nicht mehr,
ein öffentliches Wasserleitungssystem in Boppard einzuführen.
Erst unter Bürgermeister Heinrich Brandts (Legislaturperiode
13.05.1892 bis 31.03.1903) gelang die Einrichtung einer
zentralen Wasserversorgung. Durch den Bau einer Pumpstation
im Jahre 1894 war es möglich den städtischen Brunnen
am Markt auf einen Grundwasserspiegel zu füllen, der
auch in heißen und trockenen Witterungsperioden eine
Wasserentnahme ermöglichte. Nach und nach schlossen
sich ganze Straßenzüge an das Zuleitungsnetz
an und ersparten sich die mühselige Wasserentnahme
an öffentlichen Brunnen. Im Zuge des sich anschließenden
Wasserleitungsbaus wurden parallel zunächst provisorische
Kanalstränge in den Straßenzügen der Zeilstraße,
Karmeliterstraße und Hospitalstraße verlegt.
Bürgermeister
Peter Hay (Legislaturperiode: 18.07.1903 bis 31.03.1910)
griff bereits kurze Zeit nach Dienstantritt die zwischenzeitlich
als durchaus notwendig und begrüßenswert erkannte
Realisierung eines umfassenden Kanalisationsprojektes auf
und leitete mit Zustimmung der Stadtverordneten erforderliche
Genehmigungsverfahren ein. Die
Verschlechterung der allgemeinen Wirtschaftslage verhinderte
aber die Verwirklichung der geplanten Kanalbaumaßnahmen
im Stadtkern Boppards. Im Protokoll der Stadtverordneten-Sitzung
vom 06.05.1909 heißt es: "Herr Bürgermeister
Hay teilt mit, daß das Kanalisationsprojekt von den
zuständigen Ministerien genehmigt sei, auch die Erlaubnis
zur Einleitung in den Rhein sei von dem Oberpräsidenten
erteilt worden.
Da
nun die Ausführung der Kanalisation einen Kostenaufwand
von etwa 350.000 Mark verursachen würde, die gegenwärtig
ungünstige Wirtschaftslage aber die Ausführung
ohne erhebliche Steuererhöhung nicht zulasse, soll
man bei der Regierung vorstellig werden, die Angelegenheit
auf bessere Zeiten zu verschieben, denn die Stadt habe in
den letzten Jahren erhebliche Ausgaben zu verzeichnen, für
den Bau des Gymnasiums 300.000 Mark, für die Hunsrückbahn
120.000 Mark, und die Steuerkraft habe abgenommen durch
Fortzug einiger Personen. Die
Gesundheitsverhältnisse seien die denkbar besten und
es sei die Anlage einer Kanalisation für Boppard nicht
unbedingt erforderlich. Die Vorsitzende wird zu den Verhandlungen
mit der Regierung beauftragt." Da sich auch in den
folgenden Jahren die wirtschaftliche Lage kontinuierlich
verschlechterte, lag das Objekt "Stadtkanalisation"
auch nach den Wirren des 1. Weltkrieges bis Ende der 20er
Jahre "auf Eis". Im
Jahre 1928 wurde unter Bürgermeister Dr. Johannes Kitschenberg
(Legislaturperiode 01.01.1921 bis 31.03.1934) das Großobjekt
erneut angegangen und die Stadtverordneten stimmen in der
Sitzung vom 25.09.1928 einem Verwaltungsantrag auf Aufnahme
eines Darlehens von 154.000 Mark zu den erforderlichen Gesamtkosten
von 770.000 Mark grundsätzlich zu, wobei vorher eine
Prüfung durch eine einzusetzende Kommission stattzufinden
habe. In
der Sitzung vom 19.11.1928 wurde mitgeteilt, daß die
Anträge auf Zuschüsse aus der Erwerbslosenfürsorge
zur. Zeit. aussichtslos seien. Jedoch sollen selbige für
das Etatjahr 1929, bei möglichem Arbeitsbeginn 01.04.1929,
vorgemerkt bleiben.
In
der Stadt-verordneten Versammlung vom 12.08.1929 wurde beschlossen,
die Oberstraße durch die Provinz asphaltieren zu lassen,
wobei vorher mit Einverständnis von Anliegern und Stadtverordneten
eine Kanalverlegung zu erfolgen habe. Eine Verwirklichung
der beschlossenen Objekte scheiterte jedoch ebenso wie ein
am 02.01.1931 beschlossener Ausbau von Heerstraße
und Oberstraße, (von Bahnhof bis Wilhelmstraße)
durch die Provinzialverwaltung, wobei gleichzeitig eine
Kanalverlegung vorgesehen war. Entscheidend war eine nachträgliche
Versagung einer in Aussicht gestellten Beihilfe von 32.000
Mark, begründet in der "Misere der Landesbank".
Am
12.04.1933 wurde den Stadt verordneten mitgeteilt, daß
für die Verwirklichung des Kanalisationsprojektes günstige
Aussichten bestehen, da man selbiges im Rahmen der von der
"neuen Regierung" angekündigten Arbeitsbeschaffungsprogramme
umsetzen wolle.
Erst
im Jahre 1935 gab eine Arbeitsgruppe um Bürgermeister
Dr. Peter Schneider (Legislaturperiode 25 09.1934 bis 18.06.1936)
eine Detailplanung zum Entwurf eines Entwässerungssystem
einschl. Kläranlage für die Stadt Boppard in Auftrag.
Auftragnehmer war das Ing.-Büro Hans Vinz aus Rolandseck.
Im vorgelegten Erläuterungsbericht des Ing.-Büros
vom 15.07.1936 heißt es zur seinerzeitigen "Unterbringung
der Abwässer".: "Die Fäkalien werden
heute teils in Kleinklärgruben, teils in einfachen
Abortgruben gesammelt und landwirtschaftlich verwertet.
Einzelne Hausbesitzer sind dazu übergegangen, ihre
Abortgruben mit Überläufen zu versehen und diese
zum Rhein, Mühl-, Frau-, Burden- oder Mittelbach hin
oder aber in den Untergrund abzuleiten. Der allgemeinen
Einführung von Spülaborten in Badeanlagen usw.
steht diese Art der Abwasserunterbringung hindernd im Wege.
Nach
Einführung der Wasserspül- und Badeanlagen entstehen
nämlich naturgemäß größere Schmutzwassermengen,
so daß die Entleerung der Gruben öfter erfolgen
müßte. Dies wiederum kommt den Hausbesitzern
zu teuer, und sie verzichten darum lieber auf die Einführung
der Spülung. Andererseits treten bei den bestehenden
Verhältnissen besonders im Sommer empfindliche Geruchsbelästigungen
in der Nähe der Bachläufe auf, die im Zusammenhang
mit anderen Mißständen den Kurbetrieb keineswegs
günstig beeinflussen.
Die
Regenwässer werden auf lange Strecken in Straßenrinnen
zu den nächstliegenden Bächen abgeführt.
In den Steilstraßen treten bei stärkerem Regen
Überschwemmungen auf, die nicht nur verkehrsstörend
wirken, sondern oft Zerstörungen auf der Straßenfahrbahn
verursachen. Der Ausbau einer einwandfreien Entwässerungs-
und Kläranlage ist aus all diesen Gründen für
Boppard dringend geboten." Gefördert
und ermöglicht durch staatliche Arbeitsbeschaffungsprogramme
wurden in den Jahren 1939/40 zahlreiche Straßenzüge
im Stadtkern kanalisiert. Als Beispiele seien genannt: Lilientor,
Rheinallee, Seminarstraße, Untere Rheingasse, Mergstraße,
Jahnstraße, Christengasse, Angertstraße, Mainzerstraße,
Pastorsgasse, Niedersburg u.v.m. Eine
Kostenbeteiligung der Anwohner wurde seinerzeit nicht gefordert.
Auch als nach dem Kriege einzelne Straßenzüge
erstmals kanalisiert wurden, (z.B. Binger Gasse, Teile der
Mainzer Straße, Leiergasse usw.) war eine Kostenbeteiligung
der anliegenden Grundstückseigentümer "rechtlich
noch nicht möglich". Etwa
Mitte der 50er Jahre erkannte man ebenso wie in zahlreichen
anderen Gemeinden und insbesondere größeren Städten
auch in Boppard, daß die bislang praktizierte Entsorgung
keine Dauerlösung darstellen kann. Stinkende Flüsse
und Bäche, tote Fische und Vögel sowie aussterbende
Wasserpflanzen sprachen dafür eine zu deutliche Sprache.
Die Zerstörung wertvoller Biotope und nicht zuletzt
die Verbreitung von Krankheitserregern waren beredte Zeichen
für ein unzulängliches eingreifen des Menschen,
die Landschaft positiv zu entwickeln. In Erkenntnis dieser
Gefahren reifte auch in Boppard Anfang der 60er Jahre eine
Konzeption zur schadlosen Beseitigung von Abwässern
in Form von Kläranlagen. Den
Altbürgermeistern Dr. Alexander Stollenwerk und Günter
Linnenweber war es "vergönnt", die seinerzeitigen
Stadträte von dem Erfordernis der kostenträchtigen
Umwelteinrichtung zu überzeugen.
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22
Jahre Kanalwerke Stadt Boppard
Ab 01.01.1976
erfolgt die Abwasserbeseitigung in der vormaligen Verbandsgemeinde
Boppard durch den Eigenbetrieb "Kanalwerke". So
der Beschluß des Verbandsgemeinderates am 14.11.1975.
Es wurde eine Betriebssatzung beschlossen, ein Werkausschuß
gewählt und zum Werkleiter wurde der damalige Amtsrat
Alfred Hartmann bestellt. Aufgrund der weiteren Entwicklung
führt dieser Eigenbetrieb die Bezeichnung "Kanalwerke
der Stadt Boppard" und Werkleiter war vom 28.08.1979
bis 02.07.1999 der hauptamtliche 1.Beigeordnete Friedrich
Hicke. Als Nachfolger übernahm Dipl.-Ing. (FH) Günter
Firmenich im Oktober 1999 die Werkleitung. Der Werkausschuß
wird vom Stadtrat für die jeweilige Legislaturperiode
gewählt. Neben
anderen gesetzlichen Regelungen gilt für die Kanalwerke
die Eigenbetriebsverordnung Rheinland-Pfalz. Die aktuelle
Betriebssatzung ist vom 20.12.1999. Maßgebend sind
die "Allgemeine Entwässerungssatzung" und
die "Entgeltsatzung Abwasserbeseitigung".Die
Kanalwerke stellen einen jährlichen Wirtschaftsplan
mit einer 5-jährigen Investitions- und Finanzplanung
auf, der vom Werkausschuß beraten und vom Stadtrat
beraten und beschlossen wird. Als Teil der Haushaltssatzung
bedarf er der Genehmigung der Aufsichtsbehörde, der
Kreisverwaltung des Rhein-Hunsrück-Kreises. Die
Betriebsführung erfolgt durch die Werkleitung auf der
Grundlage der Betriebssatzung und den Vorgaben des Wirtschaftsplanes.
In der Stellenübersicht der Kanalwerke werden für
das Jahr 2000 neben 1 Auszubildenden 9 Mitarbeiter angeführt.
Des weiteren sind Bedienstete der Stadtverwaltung für
die Kanalwerke tätig. Vorgeschrieben
ist ein Jahresabschluß mit Bilanz sowie Gewinn- und
Verlustrechnung mit jährlicher Prüfung durch einen
freiberuflichen Abschlußprüfer. Über den
Jahresabschluß und das Ergebnis entscheidet der Stadtrat
in öffentlicher Sitzung nach Vorberatung im Werkausschuß.
Die Feststellung des Jahresabschlusses wird öffentlich
bekanntgemacht. Anschließend werden die Unterlagen
des Jahresabschlusses öffentlich ausgelegt.
Klärwerk
Boppard-Ewigbach
Der
Ortskern des Ortsbezirkes Boppard erstreckt sich über
eine Länge von ca. 2,2 km entlang des Rheins. Die an
den Ortskern angrenzenden Täler sind überwiegend
bebaut; besonders zu erwähnen sind das Mühltal
und das Buchenauer Tal. Während das Mühltal entlang
des Mühlbaches und der L207 in einzeiliger Bauweise
bebaut ist, ist im Buchenauer Tal ein zusammenhängendes
bebautes Gebiet mit ca,. 2.200 Einwohnern entstanden. Die
Einwohnerzahl des Ortsbezirkes Boppard beträgt insgesamt
rd. 7.500 Einwohner. Die
vorerwähnten Täler sowie einige Randgebiete werden
im Trennsystem entwässert, der Rest im Mischsystem.
Die Kläranlage Ewigbach liegt inmitten von Weinbergen
und wurde für 14.500 EGW gebaut; es handelt sich um
eine sog. SCHREIBER - Kompaktanlage mit Tropfkörper.
Außer
häuslichem Abwasser wird Schmutzwasser aus dem Gaststättengewerbe
und der Weinwirtschaft behandelt.Der anfallende Schlamm
wird in einer Siebbandpresse bearbeitet und anschließend
in der Landwirtschaft verwertet. Die
zwischen 1975 und 1980 erbaute Anlage wird seit 1996 erweitert
und an die allgemein anerkannten Regeln der Technik angepaßt.
Der Abschluß der Arbeiten ist für 2000 geplant.
Die
Sanierung umfaßt den Neubau einer Tuch-Filteranlage,
eines Siebrechens mit Rechengutpresse, eines Schlammsilos
und einer Dosierstation zur Schlammbehandlung und zur Phosphorelimination.
Abwassergruppe
Bad Salzig
Die Ortslage Bad Salzig erstreckt sich auf einer Länge
von 2 km ebenfalls entlang des Rheins.
Die von der
Deutschen Rentenversicherung betriebene
Mittelrhein-Klinik, eine Fachklinik für
Gastroenterologie, Onkologie und Psychosomatik, grenzt
unmittelbar an die geschlossene Ortslage an.
Wasserschutzzonen eines Heilquellschutzgebietes schützen
die Barbara- und Leonorenquelle Die
Rehabilitationsklinik mit den entsprechenden
Einrichtungen auf dem Klinikgelände, zu dem auch ein
24ha großer Kurpark gehört, wird im Trennsystem
entwässert; die übrige
Ortslage ist im Mischsystem kanalisiert. Z.Z. wohnen in
Bad Salzig ca. 3.000 Einwohner. Das
Gruppenklärwerk Bad Salzig - eine Belebungsanlage -
behandelt außer dem Abwasser aus dem Ortsbezirk Bad
Salzig auch die über Hauptsammler herangeführten
Abwässer der Ortsbezirke Hirzenach, Rheinbay und Weiler
mit dem Ortsteil Fleckertshöhe. Der hydraulische Teil
des Gruppenklärwerks Bad Salzig wurde für 12.000
EGW (für evtl. Erweiterung) ausgebaut, der biologische
Teil für 6.000 EGW. 1995
wurde die Anlage um eine "Phosphorelimination"
erweitert. Der Kläranlage ist ein Pumpwerk vorgeschaltet,
in dem zunächst über Schnecken das gesamte Abwasser
auf ca. 8 m gehoben und anschließend mit Kreiselpumpen
zur Kläranlage gefördert wird. Markante
Indirekteinleiter sind die Landesversicherungsanstalt (LVA)
für eine Fachklinik und die Firma SEBAPHARMA für
den Vertrieb seifenfreier Produkte. Der
anfallende Schlamm wird in einer Schiebbandpresse bis auf
einen Trockensubstanzgehalt (TS) von 25 bis 28% entwässert
und in der Landwirtschaft verwertet. Über einen Verbindungssammler
von Rheinbay nach Hirzenach gelangt das Abwasser aus Rheinbay
zunächst in das Kanalnetz von Hirzenach und wird zusammen
mit dem Abwasser von Hirzenach in einerDruckleitung in das
Kanalnetz des Ortsbezirkes Bad Salzig und dann zur Kläranlage
gefördert. Die auf der Kläranlage Rheinbay vorhandene
Fäkalannahmestation wird auch weiter dort betrieben
werden.
Kläranlage Holzfeld
Der
Ortsbezirk Holzfeld ist der süd-östlichste Ortsbezirk
der Stadt Boppard. Z.Z. sind dort 460 Einwohner ansässig.
Nördlich, etwa 1km entfernt, liegt das Wohngebiet "Wilpertskopf",
das ebenfalls an die Kläranlage "Holzfeld"
angeschlossen ist. 1994/1995 wurde die vorhandene unbelüftete
Teichanlage saniert und in eine belüftete Teichanlage
(590 Einwohner) umgebaut. Ein erforderliches Regenüberlaufbecken
wurde im Zuge des Kläranlagenbaues miterrichtet. Bestandteil
der Sanierung war der Neubau eines Siebrechens und eines
belüfteten Sandfanges sowie eines Betriebsgebäudes
mit Gebläsestation. Die Belüftung der Teiche 1
und 2 (Belegungsbecken), erfolgt mittels Belüftungsschlangen;
der 3. Teich dient als Nachklärbecken. Je nach Anfall
wird der Klärschlamm naß abgefahren und in den
Schlammbehandlungsanlagen der Kläranlage Bad Salzig
mitbehandelt.
Abwassergruppe
Buchholz
Der Einzugsbereich für die Kläranlage Buchholz
besteht aus 3 Wohngebieten, Buchholz-Bahnhof, Buchholz-Dorf
und Buchholz-Ohlenfeld mit insgesamt 2.400 Einwohnern und
dem Industriegebiet "Hellerwald" zwischen A 61
und B 327des Ortsbezirkes Boppard. Die einzelnen Einzugsgebiete
erstrecken sich entlang der B 327 und der K 119; die Bebauung
liegt zwischen 350 und 430 m über NN. Jeder dieser
Ortsteile und das Industriegebiet haben ein eigenes Entwässerungsnetz.
Sie sind über Verbindungssammler an die Kläranlage
Buchholz angeschlossen. Der Bau von 3 Regenüberlaufbecken
(RÜB) und langen Hauptsammlern war zur Verwirklichung
der Abwassergruppe Buchholz erforderlich. Die Bauzeit für
die Sammler mit den Regenüberlaufbecken und die Kläranlage
betrug 7 Jahre (1990 - 1996). Die Kläranlage ist für
den Anschluß von 4.500 EGW vorgesehen und kann max.
das Abwasser von 5.000 EGW behandeln. Der anfallende Schlamm
wir in einer Kammerfilterpresse behandelt und anschließend
in der Landwirtschaft verwertet. Wegen des kleinen Einzugsgebietes
des Vorfluters "Ohlenbach" und dessen geringer
Selbstreinigungskraft, wurde der Kläranlage ein Schönungsteich
nachgeschaltet. Markante Indirekteinleiter sind die Fa.
BOMAG (Walzenhersteller) und Unger (Rotationsmesser-Hersteller)
im Industriegebiet "Hellerwald". Der Ortsbezirk
Udenhausen, dessen Abwässer z.Z. in einem Oxydationsgraben
gereinigt werden, wird in 2000 mittels einer Druckleitung
an die Kläranlage Buchholz angeschlossen.
Abwassergruppe
Oppenhausen-Herschwiesen
Anfang der 60er Jahre wurden die Kanäle in Oppenhausen,
Hübingen, Herschwiesen und Windhausen verlegt und an
mechanische Kläranlagen, sog. Emscher Becker angeschlossen;
zur damaligen Zeit war dies schon ein großer Schritt
in die richtige Richtung: die Reinhaltung der Gewässer.
Verordnungen und Gesetze wurden erlassen, geändert,
verbessert oder neu gefaßt, um die "braune Brühe",
die die Kläranlagen verließ, immer "klarer"
werden zu lassen. Zunächst wurden "nur" Sand
und Rechengut aus dem Abwasser als sog. mechanische Reinigung
entfernt, um die Gewässer sauberer zu machen. Heute
erreicht man am Ablauf einer Kläranlage zwar kein Trinkwasser,
aber das gereinigte Abwasser ist so gut, daß Tiere
und Pflanzen darin wieder leben können und wir Menschen
es nach weiteren Behandlungen auch trinken können.
1975 mußte als Grundlage für die Erschließung
des Baugebietes "Oberdorf" im Ortsbezirk Oppenhausen
ein neuer genereller Ortsentwässerungsentwurf aufgestellt
werden. In diesem vom Bauamt der Stadt Boppard aufgestellten
Entwurf wurde bereits der abwassermäßige Zusammenschluß
der 2 Ortsbezirke Oppenhausen und Herschwiesen einschl.
der Ortsteile Hübingen und Windhausen planerisch dargestellt:
Der Ortsbezirk Herschwiesen sowie die Ortsteile Windhausen
und Hübingen, die im Trennsystem entwässert werden,
konnten ihr Schmutzwasser, bedingt durch die Topographie
nur mittels Pumpwerke über das Mischwasserkanalnetz
in Oppenhausen zur gemeinsamen Kläranlage fördern.
Als Kläranlage wurde im damaligen Entwurf ein Doppeloxydationsgraben
vorgeschlagen, der im Bereich der vorhandenen mechanischen
Kläranlage gebaut werden sollte. Als 1. Bauabschnitt
der Abwassergruppe wurde in 1975 im Zuge des Neubaues der
K 120 zwischen Hübingen und Oppenhausen die geplante
Druckleitung, die später das Abwasser von Windhausen
und Hübingen in das Ortsnetz von Oppenhausen einleiten
sollte, mitverlegt. Erst im 1. Abwasserbeseitigungskonzept
(1993 - 1997) wurde der Ausbau der Abwassergruppe Oppenhausen/Herschwiesen
mit Bauzeiten und Baukosten festgeschrieben: innerhalb von
3 Jahren, von 1995 bis 1997, sollte die Abwassergruppe ausgebaut
werden. Mit 1 Jahr Verzögerung konnte Ende 1996 mit
dem Bau der Kläranlage (System Schreiber), einem Regenüberlaufbecken
und dem ersten Teil der Hauptsammler begonnen werden; diese
Arbeiten wurden Ende 1997 abgeschlossen. Ende 1998 waren
die Bauarbeiten (Pumpwerk und Druckleitung) zum Anschluß
des Ortsbezirks Herschwiesen an das Ortsnetz von Oppenhausen
abgeschlossen. Bis Ende 1999 wurden auch die restlichen
Anschlußarbeiten (Windhausen und Hübingen an
Oppenhausen) durchgeführt. Die gesamten finanziellen
Aufwendungen belaufen sich auf 6,1 Mio. DM. Die Abwassergruppe
Oppenhausen/Herschwiesen besteht aus dem Ortsbezirk Oppenhausen
mit dem Ortsteil Hübingen und dem Ortsbezirk Herschwiesen
mit dem Ortsteil Windhausen. Der Ortsbezirk Herschwiesen
sowie die Ortsteile Windhausen und Hübingen, die im
Trennsystem entwässern, können ihr Schmutzwasser
bedingt durch die Topographie, nur mittels Pumpwerke über
das Mischwasserkanalnetz in Oppenhausen zur gemeinsamen
Kläranlage fördern. Die Kläranlage - Belegungsanlage
- besteht aus dem Siebrechen, dem Sandfang mit Fettabscheider,
dem Belebungsbecken mit innenliegendem Nachklärbecken,
den Mengenmeßeinrichtungen am Zu- und Ablauf, dem
Schlammsilo, der Phosphoreliminationsanlage und dem Betriebsgebäude.
Da der Ortsteil Oppenhausen im Mischsystem entwässert
wird, mußte ein Regenüberlaufbecken (RÜB)
der Kläranlage vorgeschaltet werden. Der im Schlammsilo
eingedickte Klärschlamm wird zur Kläranlage Buchholz
transportiert und dort in der Kammerfilterpresse behandelt.
Die Kläranlage Oppenhausen/Herschwiesen ist für
1.600 Einwohner ausgelegt. Nach
Fertigstellung der Verbindungssammler wurden die alten Kläranlagen
in Herschwiesen, Hübingen und Windhausen stillgelegt
und rückgebaut. Mit der Rekultivierung des Geländes,
der einzelnen Anlagen in 1999, wurden die Bauarbeiten abgeschlossen.
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Verwertung des Klärschlammes der Stadt Boppard in der
Landwirtschaft
Jeder
kann und keiner muß!
Auf
die Frage, was ein Maschinen- und Betriebshilfsring (MBR)
ist, nahm der erste hauptamtliche Geschäftsführer
vor nunmehr 26 Jahren wie folgt Stellung: "Ein Maschinen-
und Betriebshilfering ist keine Maschinengemeinschaft, auch
keine Genossenschaft, er besitzt keine Maschinen, er verpflichtet
Mitglieder nicht zur Arbeit, er erzielt keine Gewinne und
ist eine Selbsthilfeeinrichtung für Landwirte und Winzer."
D as
System war einfach: Landwirte kaufen nur wenige, aber leistungsfähige
Maschinen und Geräte und setzten diese für sich
und zu festgelegten Verrechnungswerten auch für andere
ein. Vorteil: es werden unter dem Strich nur wenige Maschinen
gebraucht, aber alle Arbeiten können mit guter oder
besserer Technik zeitgerecht durchgeführt werden. Ein
steiler, erfolgreicher Aufstieg mit großer Resonanz
in der Bevölkerung folgte. Das Land förderte diese
neue Einrichtung.
Nach 18 Jahren erfolgreicher Arbeit galt es aber sich nach
neuen, zeitgemäßen Geschäftsfeldern umzusehen.
Schredder- und Strauchschnittverträge mit dem Landkreis
und ein Klärschlammverwertungsvertrag mit der VG Rheinböllen
waren erste Erfolge. Aus steuerlichen und vereinsrechtlichen
Gründen wurde am 14. März 1992 die MBR Grüngutverwertung
GmbH als 100% ige Tochter gegründet. Neben vielen Dienstleistungen
ist ein besondere Aufgabenbereich der GmbH das Agrarrecycling
von organischen Stoffen in der Landwirtschaft. Der Sicherheit
der Bodenverbesserung und der Düngung kommt hier ein
Hauptaugenmerk zu. Im
Bereich Durchführung und Bau einer Kompostanlage für
den Rhein-Hunsrück-Kreis kam eine Verbindung mit der
RWE-Tochter, der Firma Frey Entsorgung zustande. Eine neue,
gemeinsam gegründete Firma mit dem Namen Hunsrück
Kompost GmbH baut und betreibt diese neue Technologie der
Vergärungsanlage mit Gasgewinnung und anschließender
Wärmekraft-Kopplung.Der hierzu mit der Kreisverwaltung
geschlossene Vertrag hat eine Laufzeit von 15 Jahren Rückblickend
waren es erfolgreiche 27 Jahre MBR Arbeit. Eine der Hauptaufgaben
in der Zukunft wird die stärkere Einbindung der regionalen
Landwirtschaft in ein wirtschaftliches Gesamtkonzept sein.
MBR
Rhein-Hunsrück e. V. in der Praxis
Neben
der Aufgabe der Maschineneinsatzplanung und Vermittlung
hat die MBR aber noch andere Aufgaben zu erfüllen.
Es werden Tagungen, Infoversammlungen, Lehrgänge Ausstellungen
und Vorträge organisiert. Studienreisen in´s
In- und Ausland sowie Veranstaltungen zum Thema "Moderne
Technik" gehören zum selbstgewählten Aufgabenbereich.
Der MBR Rhein-Hunsrück e. V. sieht sich als kompetenter
und moderner Dienstleister für den Landwirt und die
Bevölkerung der Region. Über 680 Landwirtschaftliche
Betriebe, Kommunen, Vereine, Verbände, Genossenschaften
und Firmen sind Mitglied in der MBR.
MBR
Grüngutverwertung GmbH in der Praxis
Seit
Millionen von Jahren zersetzen Mikroorganismen, Pilze, Würmer
usw. die abgestorbenen Pflanzenteile. Die moderne Nutzung
dieser Prozesse ist die Aufgabe der MBR Grüngutverwertung
GmbH. Aus Ernterückständen, Laub, Gras-, Strauch-,
Baumschnitt und auch Weihnachtsbäumen wird wertvoller
Humus gemacht. Ein leistungsfähiger Schredder bricht
das Ausgangsmaterial in feine Teile. Auf Mieten liegend
erhitzt sich das geschredderte Material, gibt Wasserdampf
ab. Anschließend wird es auf Ackerflächen ausgestreut
und eingearbeitet. Diesen Vorgang nennt man Flächenkompostierung.
Ein
weiteres Arbeitsfeld im Bereich der Sekundärrohstoffe
ergibt sich aus der zusammenarbeit mit den Klärwerken.
Hier ist es gelungen ca 30.000 Tonnen biologischer Abfälle,
die bis 1990 zur Deponie gebracht werden mußten, als
Düngekomponenten in die Landwirtschaft zurückzuführen.
Somit wurden die Ziele des heutigen Kreislaufwirtschaftsgesetzes
von der MBR frühzeitig umgesetzt. Es muß aber
weiterhin noch viel Überzeugungsarbeit bei den Klärwerksbetreibern
und auch bei den Landwirten geleistet werden. Die MBR GmbH
hat noch Kapazitäten offen.
Hunsrück-Kompost
GmbH in der Praxis
Bioabfälle
aus Haus und Garten sowie Küchenabfälle und Essensreste
mit Fleisch und Wurst können wegen Ihrer Ansteckungsgefahr
nicht bedenkenlos in der Flächenkompostierung eingesetzt
werden. Die
Aufgabe der Hunsrück Kompost GmbH war der Bau einer
Kompostierung anaerob mit modernster Technik. In den großen
Gebäuden wird mit modernster Technik und nachgeordneten
Abluftfiltern werden alle Gesetzlichen Anforderungen erfüllt.
Seit Januar 1998 nimmt diese Anlage den Bioabfall aus unserem
Landkreis auf und kompostiert ihn zu wertvollem Dünger
für die Landwirtschaft. Aus ca. 1 Gewichtstonne Bioabfall
entstehen über die Ausnutzung des entstehenden Biogases
ac. 200-250 KWh elektrische Energie, die in das öffentliche
Netz eingespeist wird.
MBR
Rhein-Hunsrück e.V.
Schmittbachstraße 15
55469 Simmern
Telefon:
0 67 61 / 96 03 00
0 67 61 / 97 01 00
Telefax: 0 67 61 / 97 01 02
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Finanzielle
Situation, Gebührenentwicklung
Dem
Schutz des Wassers gehört höchste Priorität
und die ordnungsgemäße Abwasserbeseitigung ist
von entscheidender Bedeutung für den Gewässerschutz.
Im
Stadtgebiet Boppard verläuft die natürliche Wasserscheide
in etwa mit der Hunsrückhöhenstraße, B 327,
und die Vorfluter münden in den Rhein und die Mosel.
Die
Investitionsschwerpunkte lagen zunächst im Einzugsbereich
des Rheins, beginnend mit der Kläranlage Boppard, und
mit der Fertigstellung der Abwassergruppe Oppenhausen-Herschwiesen
in 1999 sind die Hauptinvestitionen im Abwasserbereich abgeschlossen.
Die künftigen Investitionsschwerpunkte liegen beim
Neubau von Kanalnetzen sowie der Sanierung von vorhandenen
Kanälen.
Dazu
einige Vergleichszahlen, Angaben in Mio. DM, bezogen auf
01.01.1976 und 31.12.1998:
Bilanzsumme
von 23,00 auf 54,5 = + 31,5 Mio. DM
Anlagevermögen Anschaffungswert von 25,7 auf 88,9 =
+ 63,2 Mio. DM
Restbuchwert
von 19,2 auf 53,9 = + 34,7 Mio. DM
Schuldenstand
von 5,3 auf 29,5 Mio. DM
Hier
wird deutlich, daß die Sauberkeit ihren Preis hat,
EU-Richtlinien und Gesetze verlangen es und die Gemeinde,
die diese "Reinheitsgebote" nicht erfüllt,
muß u. a. "Bußgeld", eine ständig
steigende Abwasserabgabe zahlen. Bei
der Abwasserbeseitigung treiben die vorgeschriebenen Standards
die Kosten der Gemeinden. In diesem Bereich führt mehr
Geld für den Umweltschutz zur direkten höheren
Belastung der Bürger. Zur
Kostendeckung werden von den Kanalwerken ausschließlich
Benutzungsgebühren erhoben, eine Berechnungsart, die
nur von wenigen Gemeinden in Rheinland-Pfalz praktiziert
wird. Veranlagt wird in der Stadt Boppard das Schmutzwasser
und das Oberflächenwasser und, anders als bei den Gemeinden
in der Region, werden in der Stadt Boppard weder einmalige
noch wiederkehrende Kanalbeiträge berechnet. Ein Gemeindevergleich
nur der Abwassergebühren ist daher falsch. Richtig
ist nur ein Gesamtvergleich unter Einbeziehung aller von
der Solidargemeinschaft zu tragenden Aufwendungen für
das Abwasser. Dazu
kommt, daß Kostenvergleiche nur bei vergleichbarem
Stand der Abwasserbeseitigung wertbare Ergebnisse bringen.
In
1976 betrug die Schmutzwassergebühr 1,50 DM/cbm und
in 2000 beträgt sie 5,80 DM/cbm, die Oberflächenwassergebühr
stieg von 0,80 DM/qm auf 1,40 DM/qm.
Auf der Grundlage des fortgeschriebenen Abwasserbeseitigungskonzeptes
(1998-2002) lassen die Folgekosten aus den Investitionen
sowie die Betriebskosten als Ergebnis der mittelfristigen
Finanzplanung erkennen, daß die Einnahmen der Kanalwerke
weiter verbessert werden müssen. Dabei werden auch
die zunehmende Flächenentsiegelung und der bewußtere
Frischwasserverbrauch zu beachten sein.
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