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Cäsar - ein Klärmeister?
Ursprung der Kanalisation in Boppard
22 Jahre Kanalwerke Stadt Boppard
Technische Angaben zur Kläranlage Oppenhausen/Herschwiesen
Klärschlammverwertung
Finanzielle Situation, Gebührenentwicklung

 

Cäsar - ein Klärmeister ?

Kanalisation und Abwassertechnik
Es ist ein erstaunliches Phänomen, daß auf eine der bemerkenswertesten Errungenschaften der zivilisierten Welt, nämlich einer tadellos funktionierenden Abwasserentsorgung, die meisten Betrachter nur mit einem Naserümpfen reagieren. Bedenkt man, wie stolz die Menschheit auf die Geschichte der Bildenden Künste, der Architektur und der Wissenschaften blickt, ist es eigentlich erstaunlich, daß die Kunst der sinnreichen Entwässerung so stiefkindlich behandelt wird. Obwohl doch die Perfektion der Kanalisation wie kein anderes Merkmal eine Hochkultur von einer primitiven zu unterscheiden vermag. Hierzu finden wir viele Hinweise wie z. B. in der ägyptischen Geschichte vor ca. 2600 Jahren, oder aber in der römischen Hochblüte ca. 32 Jahre vor Christi Geburt.

Abwassertechnik zu Zeiten der Hochkulturen
Schon während der Blütezeit Mesopotamiens (3. Jahrtsd. v. Chr.) hatten frühe Ingenieure ein weitverzweigtes System von Abwasserkanälen und Senkgruben entworfen, welches die Abwässer durch Tonröhren ableitete. Ähnliches ist den Historikern aus den alten Hochkulturen von Ägypten und Indien bekannt. Der jüngere Palast von Knossos auf Kreta beeindruckt nicht nur durch seine Architektur, sondern gibt auch Zeugnis von einem weit entwickelten Entwässerungssystem der minoischen Kultur, das sich aus ineinandergefügten, konischen Tonröhren zusammensetzte. (17./16. Jhdt. v. Chr.) Doch wie auf so vielen anderen Gebieten war es der innovative Geist der Römer, der die Abwassertechnik durch ein ausgeklügeltes System der Kanalisation zu einem ersten Höhepunkt führte. Schon lange vor Cäsars Zeit, im 6. Jahrhundert v. Chr. baute man in Rom einen überwölbten Abwasserkanal, den cloaca maxima, an den in der Folgezeit sämtliche Abwasserleitungen der Stadt angeschlossen waren. Die Kanäle wurden gemauert, und neben den Tonröhren gab es schon erste eiserne Leitungen mit entsprechenden Armaturen. Es gab aber auch nichtkanalisierte Teile der Stadt, wo sich die Latrinen in Gruben entleerten. Außer dem Eintrittsgeld für die Benutzung der Latrinen zogen die Besitzer auch Gewinn durch den Verkauf der gesammelten Exkremente an die Gärtner in der Umgebung Roms.

Kanalisation und Abwassertechnik
Es ist ein erstaunliches Phänomen, daß auf eine der bemerkenswertesten Errungenschaften der zivilisierten Welt, nämlich einer tadellos funktionierenden Abwasserentsorgung, die meisten Betrachter nur mit einem Naserümpfen reagieren. Bedenkt man, wie stolz die Menschheit auf die Geschichte der Bildenden Künste, der Architektur und der Wissenschaften blickt, ist es eigentlich erstaunlich, daß die Kunst der sinnreichen Entwässerung so stiefkindlich behandelt wird. Obwohl doch die Perfektion der Kanalisation wie kein anderes Merkmal eine Hochkultur von einer primitiven zu unterscheiden vermag. Hierzu finden wir viele Hinweise wie z. B. in der ägyptischen Geschichte vor ca. 2600 Jahren, oder aber in der römischen Hochblüte ca. 32 Jahre vor Christi Geburt.
Abwassertechnik zu Zeiten der delszweig, der von Vespasian besteuert wurde. Das Sprichwort "Pecunia non olet" (Geld stinkt nicht) ist bis auf unsere Tage überkommen. Die heutigen Kanalwerke haben also letztendlich ihren Ursprung im alten Rom.
Erstaunlicherweise beschäftigten sich die Baumeister Griechenlands erst mit einer verbesserten Abwassertechnik, als die große Zeit dieser Kultur ihren Zenit bereits überschritten hatte; man begann erst ab dem 3. Jhdt. v. Chr. mit dem Bau von unterirdisch gelegenen Kanälen. Ein bewundernswertes Zeugnis einer weitentwickelten Technik der Städteentwässerung ist uns aus dem alten Amerika überkommen: in den Ruinen der Andenstadt Tiahuanaco, die ihre Blütezeit vom 9. bis 12. Jhdt. erlebte, fand man die Reste eines steinernen, unterirdischen Kanalnetzes, das die Abwässer zu einem außerhalb gelegenen Sammelbecken leitete.

Pasteur und die Kanalisation, eine Innovation im 19.Jhd.
Nicht zuletzt dem anfänglich als Phantasten belächelten Louis Pasteur ist es zu verdanken, daß in der Mitte des 19. Jahrhunderts endlich der Zusammenhang zwischen den verheerenden Schmutzseuchen Pest, Cholera und Typhus und der mangelnden Hygiene erkannt wurde.
Weil sich die Abwässer in offenen Rinnen durch die Städte schlängelten, und die Menschen immer wieder den eigenen Abfallstoffen und den ausgeschieden Krankheiten ausgesetzt waren, konnten sich Krankheiten ungehindert wie ein Lauffeuer verbreiten. Im 19. Jahrhundert nun sollte England nicht nur Avantgardist der industriellen Revolution werden, sondern auch Wegbereiter in der Technik der Entwässerung und der Abwasserbehandlung. Bereits im Jahr 1760 war in der Stadt Edinburgh eine Kanalisation in Betrieb genommen worden. Ab der Mitte des 19. Jahrhunderts arbeitete man in England intensiv an einer Methode zur chemischen Aufbereitung des Abwassers. Bald darauf erkannte man auch in Europa die Gefahr der fehlenden Abwassertechnik; die Hafenstadt Danzig machte 1869 den Anfang und baute eine Kanalisationsanlage. Berlin folgte 1873 mit der Inbetriebnahme seiner Kanalisation und nach und nach folgte das ganze Land. Erstaunlich ist es für den heutigen Betrachter, daß eine Sache, die uns so selbstverständlich erscheint, einen Luxus bedeutet, der vor wenigen Generationen kaum vorstellbar war.

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Ursprung der Kanalisation in Boppard

Während etwa Mitte des 19. Jahrhunderts durchweg aus den unterschiedlichsten Gründen eine Notwendigkeit zum Bau von Wasserleitungen erkannt wurde, setzte sich diese Einsicht für notwendige Kanalisationsmaßnahmen erst wesentlich später durch. Auch Bürgermeister Joseph Syrée (Legislaturperiode: 10.11.1848 bis 30.04.1892) erkannte die Notwendigkeit des Baues von Wasserleitungen und stellte seine Absicht erstmals 1885 der Stadtverordnetenversammlung öffentlich vor. In zahlreichen Gremiensitzungen, aber auch in der Bürgerschaft war die Problematik "Bau von Wasserleitungen" -oftmals gekoppelt mit der Frage einer Kanalisation- Gegenstand hitzigster Diskussionen. Annähernd täglich wurde über den aktuellen Sachstand berichtet und Argumente "Für und Wider" in der örtlichen Presse dargestellt.
"Bei den in Ihrer Zeitung mehrfach Pro und Contra besprochenem Projekt einer Wasserleitung vermißt Einsender dieses, die Beantwortung der Frage, wie das bei Wasserleitung erfahrungsgemäß verbrauchte bedeutende Wasserquantum aus den Häusern wieder abgeleitet werden soll. Bei Neubauten wird hier bekanntlich meist das System der Senken beliebt. Diese funktionieren in der Regel in den ersten Jahren ganz prächtig. Dann kommen Verstopfungen vor, das Schmutzwasser staut sich bis in die Häuser zurück. Nun werden die Senken vertieft oder neue angelegt. An der Syrée-Straße (Anm.: heute Mainzer Straße) kann man diese Reparaturarbeiten fast alljährlich beobachten. Vor kurzem ließ man sogar vor einem Haus einen bis auf das Rheinniveau hinabreichenden Brunnen anlegen, um dahinein das Schmutzwasser abzuleiten. Nun stehen aber wohl alle Brunnen der St. Martinsmarkt in derselben Kiesschicht, in der das Wasser mit dem Rhein steigt und fällt. Wenn das Bedürfnis für Abzugskanäle schon längst vorhanden war, so wird es zwingend werden, sobald wir eine Wasserleitung haben. Also vorher auch diesen Punkt ins Auge gefaßt, die Erfahrungen anderer Städte befragt und bei den Kostenanschlägen auch die notwendige Abzugskanäle nicht vergessen."
Bürgermeister Syrée gelang es in seiner Dienstzeit nicht mehr, ein öffentliches Wasserleitungssystem in Boppard einzuführen. Erst unter Bürgermeister Heinrich Brandts (Legislaturperiode 13.05.1892 bis 31.03.1903) gelang die Einrichtung einer zentralen Wasserversorgung. Durch den Bau einer Pumpstation im Jahre 1894 war es möglich den städtischen Brunnen am Markt auf einen Grundwasserspiegel zu füllen, der auch in heißen und trockenen Witterungsperioden eine Wasserentnahme ermöglichte. Nach und nach schlossen sich ganze Straßenzüge an das Zuleitungsnetz an und ersparten sich die mühselige Wasserentnahme an öffentlichen Brunnen. Im Zuge des sich anschließenden Wasserleitungsbaus wurden parallel zunächst provisorische Kanalstränge in den Straßenzügen der Zeilstraße, Karmeliterstraße und Hospitalstraße verlegt. Bürgermeister Peter Hay (Legislaturperiode: 18.07.1903 bis 31.03.1910) griff bereits kurze Zeit nach Dienstantritt die zwischenzeitlich als durchaus notwendig und begrüßenswert erkannte Realisierung eines umfassenden Kanalisationsprojektes auf und leitete mit Zustimmung der Stadtverordneten erforderliche Genehmigungsverfahren ein. Die Verschlechterung der allgemeinen Wirtschaftslage verhinderte aber die Verwirklichung der geplanten Kanalbaumaßnahmen im Stadtkern Boppards. Im Protokoll der Stadtverordneten-Sitzung vom 06.05.1909 heißt es: "Herr Bürgermeister Hay teilt mit, daß das Kanalisationsprojekt von den zuständigen Ministerien genehmigt sei, auch die Erlaubnis zur Einleitung in den Rhein sei von dem Oberpräsidenten erteilt worden.
Da nun die Ausführung der Kanalisation einen Kostenaufwand von etwa 350.000 Mark verursachen würde, die gegenwärtig ungünstige Wirtschaftslage aber die Ausführung ohne erhebliche Steuererhöhung nicht zulasse, soll man bei der Regierung vorstellig werden, die Angelegenheit auf bessere Zeiten zu verschieben, denn die Stadt habe in den letzten Jahren erhebliche Ausgaben zu verzeichnen, für den Bau des Gymnasiums 300.000 Mark, für die Hunsrückbahn 120.000 Mark, und die Steuerkraft habe abgenommen durch Fortzug einiger Personen. Die Gesundheitsverhältnisse seien die denkbar besten und es sei die Anlage einer Kanalisation für Boppard nicht unbedingt erforderlich. Die Vorsitzende wird zu den Verhandlungen mit der Regierung beauftragt." Da sich auch in den folgenden Jahren die wirtschaftliche Lage kontinuierlich verschlechterte, lag das Objekt "Stadtkanalisation" auch nach den Wirren des 1. Weltkrieges bis Ende der 20er Jahre "auf Eis". Im Jahre 1928 wurde unter Bürgermeister Dr. Johannes Kitschenberg (Legislaturperiode 01.01.1921 bis 31.03.1934) das Großobjekt erneut angegangen und die Stadtverordneten stimmen in der Sitzung vom 25.09.1928 einem Verwaltungsantrag auf Aufnahme eines Darlehens von 154.000 Mark zu den erforderlichen Gesamtkosten von 770.000 Mark grundsätzlich zu, wobei vorher eine Prüfung durch eine einzusetzende Kommission stattzufinden habe. In der Sitzung vom 19.11.1928 wurde mitgeteilt, daß die Anträge auf Zuschüsse aus der Erwerbslosenfürsorge zur. Zeit. aussichtslos seien. Jedoch sollen selbige für das Etatjahr 1929, bei möglichem Arbeitsbeginn 01.04.1929, vorgemerkt bleiben.
In der Stadt-verordneten Versammlung vom 12.08.1929 wurde beschlossen, die Oberstraße durch die Provinz asphaltieren zu lassen, wobei vorher mit Einverständnis von Anliegern und Stadtverordneten eine Kanalverlegung zu erfolgen habe. Eine Verwirklichung der beschlossenen Objekte scheiterte jedoch ebenso wie ein am 02.01.1931 beschlossener Ausbau von Heerstraße und Oberstraße, (von Bahnhof bis Wilhelmstraße) durch die Provinzialverwaltung, wobei gleichzeitig eine Kanalverlegung vorgesehen war. Entscheidend war eine nachträgliche Versagung einer in Aussicht gestellten Beihilfe von 32.000 Mark, begründet in der "Misere der Landesbank". Am 12.04.1933 wurde den Stadt verordneten mitgeteilt, daß für die Verwirklichung des Kanalisationsprojektes günstige Aussichten bestehen, da man selbiges im Rahmen der von der "neuen Regierung" angekündigten Arbeitsbeschaffungsprogramme umsetzen wolle.
Erst im Jahre 1935 gab eine Arbeitsgruppe um Bürgermeister Dr. Peter Schneider (Legislaturperiode 25 09.1934 bis 18.06.1936) eine Detailplanung zum Entwurf eines Entwässerungssystem einschl. Kläranlage für die Stadt Boppard in Auftrag. Auftragnehmer war das Ing.-Büro Hans Vinz aus Rolandseck. Im vorgelegten Erläuterungsbericht des Ing.-Büros vom 15.07.1936 heißt es zur seinerzeitigen "Unterbringung der Abwässer".: "Die Fäkalien werden heute teils in Kleinklärgruben, teils in einfachen Abortgruben gesammelt und landwirtschaftlich verwertet.
Einzelne Hausbesitzer sind dazu übergegangen, ihre Abortgruben mit Überläufen zu versehen und diese zum Rhein, Mühl-, Frau-, Burden- oder Mittelbach hin oder aber in den Untergrund abzuleiten. Der allgemeinen Einführung von Spülaborten in Badeanlagen usw. steht diese Art der Abwasserunterbringung hindernd im Wege.
Nach Einführung der Wasserspül- und Badeanlagen entstehen nämlich naturgemäß größere Schmutzwassermengen, so daß die Entleerung der Gruben öfter erfolgen müßte. Dies wiederum kommt den Hausbesitzern zu teuer, und sie verzichten darum lieber auf die Einführung der Spülung. Andererseits treten bei den bestehenden Verhältnissen besonders im Sommer empfindliche Geruchsbelästigungen in der Nähe der Bachläufe auf, die im Zusammenhang mit anderen Mißständen den Kurbetrieb keineswegs günstig beeinflussen.
Die Regenwässer werden auf lange Strecken in Straßenrinnen zu den nächstliegenden Bächen abgeführt. In den Steilstraßen treten bei stärkerem Regen Überschwemmungen auf, die nicht nur verkehrsstörend wirken, sondern oft Zerstörungen auf der Straßenfahrbahn verursachen. Der Ausbau einer einwandfreien Entwässerungs- und Kläranlage ist aus all diesen Gründen für Boppard dringend geboten." Gefördert und ermöglicht durch staatliche Arbeitsbeschaffungsprogramme wurden in den Jahren 1939/40 zahlreiche Straßenzüge im Stadtkern kanalisiert. Als Beispiele seien genannt: Lilientor, Rheinallee, Seminarstraße, Untere Rheingasse, Mergstraße, Jahnstraße, Christengasse, Angertstraße, Mainzerstraße, Pastorsgasse, Niedersburg u.v.m. Eine Kostenbeteiligung der Anwohner wurde seinerzeit nicht gefordert. Auch als nach dem Kriege einzelne Straßenzüge erstmals kanalisiert wurden, (z.B. Binger Gasse, Teile der Mainzer Straße, Leiergasse usw.) war eine Kostenbeteiligung der anliegenden Grundstückseigentümer "rechtlich noch nicht möglich". Etwa Mitte der 50er Jahre erkannte man ebenso wie in zahlreichen anderen Gemeinden und insbesondere größeren Städten auch in Boppard, daß die bislang praktizierte Entsorgung keine Dauerlösung darstellen kann. Stinkende Flüsse und Bäche, tote Fische und Vögel sowie aussterbende Wasserpflanzen sprachen dafür eine zu deutliche Sprache. Die Zerstörung wertvoller Biotope und nicht zuletzt die Verbreitung von Krankheitserregern waren beredte Zeichen für ein unzulängliches eingreifen des Menschen, die Landschaft positiv zu entwickeln. In Erkenntnis dieser Gefahren reifte auch in Boppard Anfang der 60er Jahre eine Konzeption zur schadlosen Beseitigung von Abwässern in Form von Kläranlagen. Den Altbürgermeistern Dr. Alexander Stollenwerk und Günter Linnenweber war es "vergönnt", die seinerzeitigen Stadträte von dem Erfordernis der kostenträchtigen Umwelteinrichtung zu überzeugen.

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22 Jahre Kanalwerke Stadt Boppard


Ab 01.01.1976 erfolgt die Abwasserbeseitigung in der vormaligen Verbandsgemeinde Boppard durch den Eigenbetrieb "Kanalwerke". So der Beschluß des Verbandsgemeinderates am 14.11.1975. Es wurde eine Betriebssatzung beschlossen, ein Werkausschuß gewählt und zum Werkleiter wurde der damalige Amtsrat Alfred Hartmann bestellt. Aufgrund der weiteren Entwicklung führt dieser Eigenbetrieb die Bezeichnung "Kanalwerke der Stadt Boppard" und Werkleiter war vom 28.08.1979 bis 02.07.1999 der hauptamtliche 1.Beigeordnete Friedrich Hicke. Als Nachfolger übernahm Dipl.-Ing. (FH) Günter Firmenich im Oktober 1999 die Werkleitung. Der Werkausschuß wird vom Stadtrat für die jeweilige Legislaturperiode gewählt. Neben anderen gesetzlichen Regelungen gilt für die Kanalwerke die Eigenbetriebsverordnung Rheinland-Pfalz. Die aktuelle Betriebssatzung ist vom 20.12.1999. Maßgebend sind die "Allgemeine Entwässerungssatzung" und die "Entgeltsatzung Abwasserbeseitigung".Die Kanalwerke stellen einen jährlichen Wirtschaftsplan mit einer 5-jährigen Investitions- und Finanzplanung auf, der vom Werkausschuß beraten und vom Stadtrat beraten und beschlossen wird. Als Teil der Haushaltssatzung bedarf er der Genehmigung der Aufsichtsbehörde, der Kreisverwaltung des Rhein-Hunsrück-Kreises. Die Betriebsführung erfolgt durch die Werkleitung auf der Grundlage der Betriebssatzung und den Vorgaben des Wirtschaftsplanes. In der Stellenübersicht der Kanalwerke werden für das Jahr 2000 neben 1 Auszubildenden 9 Mitarbeiter angeführt. Des weiteren sind Bedienstete der Stadtverwaltung für die Kanalwerke tätig. Vorgeschrieben ist ein Jahresabschluß mit Bilanz sowie Gewinn- und Verlustrechnung mit jährlicher Prüfung durch einen freiberuflichen Abschlußprüfer. Über den Jahresabschluß und das Ergebnis entscheidet der Stadtrat in öffentlicher Sitzung nach Vorberatung im Werkausschuß. Die Feststellung des Jahresabschlusses wird öffentlich bekanntgemacht. Anschließend werden die Unterlagen des Jahresabschlusses öffentlich ausgelegt.

Klärwerk Boppard-Ewigbach
Der Ortskern des Ortsbezirkes Boppard erstreckt sich über eine Länge von ca. 2,2 km entlang des Rheins. Die an den Ortskern angrenzenden Täler sind überwiegend bebaut; besonders zu erwähnen sind das Mühltal und das Buchenauer Tal. Während das Mühltal entlang des Mühlbaches und der L207 in einzeiliger Bauweise bebaut ist, ist im Buchenauer Tal ein zusammenhängendes bebautes Gebiet mit ca,. 2.200 Einwohnern entstanden. Die Einwohnerzahl des Ortsbezirkes Boppard beträgt insgesamt rd. 7.500 Einwohner. Die vorerwähnten Täler sowie einige Randgebiete werden im Trennsystem entwässert, der Rest im Mischsystem. Die Kläranlage Ewigbach liegt inmitten von Weinbergen und wurde für 14.500 EGW gebaut; es handelt sich um eine sog. SCHREIBER - Kompaktanlage mit Tropfkörper. Außer häuslichem Abwasser wird Schmutzwasser aus dem Gaststättengewerbe und der Weinwirtschaft behandelt.Der anfallende Schlamm wird in einer Siebbandpresse bearbeitet und anschließend in der Landwirtschaft verwertet. Die zwischen 1975 und 1980 erbaute Anlage wird seit 1996 erweitert und an die allgemein anerkannten Regeln der Technik angepaßt. Der Abschluß der Arbeiten ist für 2000 geplant. Die Sanierung umfaßt den Neubau einer Tuch-Filteranlage, eines Siebrechens mit Rechengutpresse, eines Schlammsilos und einer Dosierstation zur Schlammbehandlung und zur Phosphorelimination.

Abwassergruppe Bad Salzig
Die Ortslage Bad Salzig erstreckt sich auf einer Länge von 2 km ebenfalls entlang des Rheins.
Die von der Deutschen Rentenversicherung betriebene Mittelrhein-Klinik, eine Fachklinik für Gastroenterologie, Onkologie und Psychosomatik, grenzt unmittelbar an die geschlossene Ortslage an. Wasserschutzzonen eines Heilquellschutzgebietes schützen die Barbara- und Leonorenquelle Die Rehabilitationsklinik mit den entsprechenden Einrichtungen auf dem Klinikgelände, zu dem auch ein 24ha großer Kurpark gehört, wird im Trennsystem entwässert; die übrige Ortslage ist im Mischsystem kanalisiert. Z.Z. wohnen in Bad Salzig ca. 3.000 Einwohner. Das Gruppenklärwerk Bad Salzig - eine Belebungsanlage - behandelt außer dem Abwasser aus dem Ortsbezirk Bad Salzig auch die über Hauptsammler herangeführten Abwässer der Ortsbezirke Hirzenach, Rheinbay und Weiler mit dem Ortsteil Fleckertshöhe. Der hydraulische Teil des Gruppenklärwerks Bad Salzig wurde für 12.000 EGW (für evtl. Erweiterung) ausgebaut, der biologische Teil für 6.000 EGW. 1995 wurde die Anlage um eine "Phosphorelimination" erweitert. Der Kläranlage ist ein Pumpwerk vorgeschaltet, in dem zunächst über Schnecken das gesamte Abwasser auf ca. 8 m gehoben und anschließend mit Kreiselpumpen zur Kläranlage gefördert wird. Markante Indirekteinleiter sind die Landesversicherungsanstalt (LVA) für eine Fachklinik und die Firma SEBAPHARMA für den Vertrieb seifenfreier Produkte. Der anfallende Schlamm wird in einer Schiebbandpresse bis auf einen Trockensubstanzgehalt (TS) von 25 bis 28% entwässert und in der Landwirtschaft verwertet. Über einen Verbindungssammler von Rheinbay nach Hirzenach gelangt das Abwasser aus Rheinbay zunächst in das Kanalnetz von Hirzenach und wird zusammen mit dem Abwasser von Hirzenach in einerDruckleitung in das Kanalnetz des Ortsbezirkes Bad Salzig und dann zur Kläranlage gefördert. Die auf der Kläranlage Rheinbay vorhandene Fäkalannahmestation wird auch weiter dort betrieben werden.

Kläranlage Holzfeld
Der Ortsbezirk Holzfeld ist der süd-östlichste Ortsbezirk der Stadt Boppard. Z.Z. sind dort 460 Einwohner ansässig. Nördlich, etwa 1km entfernt, liegt das Wohngebiet "Wilpertskopf", das ebenfalls an die Kläranlage "Holzfeld" angeschlossen ist. 1994/1995 wurde die vorhandene unbelüftete Teichanlage saniert und in eine belüftete Teichanlage (590 Einwohner) umgebaut. Ein erforderliches Regenüberlaufbecken wurde im Zuge des Kläranlagenbaues miterrichtet. Bestandteil der Sanierung war der Neubau eines Siebrechens und eines belüfteten Sandfanges sowie eines Betriebsgebäudes mit Gebläsestation. Die Belüftung der Teiche 1 und 2 (Belegungsbecken), erfolgt mittels Belüftungsschlangen; der 3. Teich dient als Nachklärbecken. Je nach Anfall wird der Klärschlamm naß abgefahren und in den Schlammbehandlungsanlagen der Kläranlage Bad Salzig mitbehandelt.

Abwassergruppe Buchholz
Der Einzugsbereich für die Kläranlage Buchholz besteht aus 3 Wohngebieten, Buchholz-Bahnhof, Buchholz-Dorf und Buchholz-Ohlenfeld mit insgesamt 2.400 Einwohnern und dem Industriegebiet "Hellerwald" zwischen A 61 und B 327des Ortsbezirkes Boppard. Die einzelnen Einzugsgebiete erstrecken sich entlang der B 327 und der K 119; die Bebauung liegt zwischen 350 und 430 m über NN. Jeder dieser Ortsteile und das Industriegebiet haben ein eigenes Entwässerungsnetz. Sie sind über Verbindungssammler an die Kläranlage Buchholz angeschlossen. Der Bau von 3 Regenüberlaufbecken (RÜB) und langen Hauptsammlern war zur Verwirklichung der Abwassergruppe Buchholz erforderlich. Die Bauzeit für die Sammler mit den Regenüberlaufbecken und die Kläranlage betrug 7 Jahre (1990 - 1996). Die Kläranlage ist für den Anschluß von 4.500 EGW vorgesehen und kann max. das Abwasser von 5.000 EGW behandeln. Der anfallende Schlamm wir in einer Kammerfilterpresse behandelt und anschließend in der Landwirtschaft verwertet. Wegen des kleinen Einzugsgebietes des Vorfluters "Ohlenbach" und dessen geringer Selbstreinigungskraft, wurde der Kläranlage ein Schönungsteich nachgeschaltet. Markante Indirekteinleiter sind die Fa. BOMAG (Walzenhersteller) und Unger (Rotationsmesser-Hersteller) im Industriegebiet "Hellerwald". Der Ortsbezirk Udenhausen, dessen Abwässer z.Z. in einem Oxydationsgraben gereinigt werden, wird in 2000 mittels einer Druckleitung an die Kläranlage Buchholz angeschlossen.


Abwassergruppe Oppenhausen-Herschwiesen
Anfang der 60er Jahre wurden die Kanäle in Oppenhausen, Hübingen, Herschwiesen und Windhausen verlegt und an mechanische Kläranlagen, sog. Emscher Becker angeschlossen; zur damaligen Zeit war dies schon ein großer Schritt in die richtige Richtung: die Reinhaltung der Gewässer. Verordnungen und Gesetze wurden erlassen, geändert, verbessert oder neu gefaßt, um die "braune Brühe", die die Kläranlagen verließ, immer "klarer" werden zu lassen. Zunächst wurden "nur" Sand und Rechengut aus dem Abwasser als sog. mechanische Reinigung entfernt, um die Gewässer sauberer zu machen. Heute erreicht man am Ablauf einer Kläranlage zwar kein Trinkwasser, aber das gereinigte Abwasser ist so gut, daß Tiere und Pflanzen darin wieder leben können und wir Menschen es nach weiteren Behandlungen auch trinken können. 1975 mußte als Grundlage für die Erschließung des Baugebietes "Oberdorf" im Ortsbezirk Oppenhausen ein neuer genereller Ortsentwässerungsentwurf aufgestellt werden. In diesem vom Bauamt der Stadt Boppard aufgestellten Entwurf wurde bereits der abwassermäßige Zusammenschluß der 2 Ortsbezirke Oppenhausen und Herschwiesen einschl. der Ortsteile Hübingen und Windhausen planerisch dargestellt: Der Ortsbezirk Herschwiesen sowie die Ortsteile Windhausen und Hübingen, die im Trennsystem entwässert werden, konnten ihr Schmutzwasser, bedingt durch die Topographie nur mittels Pumpwerke über das Mischwasserkanalnetz in Oppenhausen zur gemeinsamen Kläranlage fördern. Als Kläranlage wurde im damaligen Entwurf ein Doppeloxydationsgraben vorgeschlagen, der im Bereich der vorhandenen mechanischen Kläranlage gebaut werden sollte. Als 1. Bauabschnitt der Abwassergruppe wurde in 1975 im Zuge des Neubaues der K 120 zwischen Hübingen und Oppenhausen die geplante Druckleitung, die später das Abwasser von Windhausen und Hübingen in das Ortsnetz von Oppenhausen einleiten sollte, mitverlegt. Erst im 1. Abwasserbeseitigungskonzept (1993 - 1997) wurde der Ausbau der Abwassergruppe Oppenhausen/Herschwiesen mit Bauzeiten und Baukosten festgeschrieben: innerhalb von 3 Jahren, von 1995 bis 1997, sollte die Abwassergruppe ausgebaut werden. Mit 1 Jahr Verzögerung konnte Ende 1996 mit dem Bau der Kläranlage (System Schreiber), einem Regenüberlaufbecken und dem ersten Teil der Hauptsammler begonnen werden; diese Arbeiten wurden Ende 1997 abgeschlossen. Ende 1998 waren die Bauarbeiten (Pumpwerk und Druckleitung) zum Anschluß des Ortsbezirks Herschwiesen an das Ortsnetz von Oppenhausen abgeschlossen. Bis Ende 1999 wurden auch die restlichen Anschlußarbeiten (Windhausen und Hübingen an Oppenhausen) durchgeführt. Die gesamten finanziellen Aufwendungen belaufen sich auf 6,1 Mio. DM. Die Abwassergruppe Oppenhausen/Herschwiesen besteht aus dem Ortsbezirk Oppenhausen mit dem Ortsteil Hübingen und dem Ortsbezirk Herschwiesen mit dem Ortsteil Windhausen. Der Ortsbezirk Herschwiesen sowie die Ortsteile Windhausen und Hübingen, die im Trennsystem entwässern, können ihr Schmutzwasser bedingt durch die Topographie, nur mittels Pumpwerke über das Mischwasserkanalnetz in Oppenhausen zur gemeinsamen Kläranlage fördern. Die Kläranlage - Belegungsanlage - besteht aus dem Siebrechen, dem Sandfang mit Fettabscheider, dem Belebungsbecken mit innenliegendem Nachklärbecken, den Mengenmeßeinrichtungen am Zu- und Ablauf, dem Schlammsilo, der Phosphoreliminationsanlage und dem Betriebsgebäude.
Da der Ortsteil Oppenhausen im Mischsystem entwässert wird, mußte ein Regenüberlaufbecken (RÜB) der Kläranlage vorgeschaltet werden. Der im Schlammsilo eingedickte Klärschlamm wird zur Kläranlage Buchholz transportiert und dort in der Kammerfilterpresse behandelt. Die Kläranlage Oppenhausen/Herschwiesen ist für 1.600 Einwohner ausgelegt.
Nach Fertigstellung der Verbindungssammler wurden die alten Kläranlagen in Herschwiesen, Hübingen und Windhausen stillgelegt und rückgebaut. Mit der Rekultivierung des Geländes, der einzelnen Anlagen in 1999, wurden die Bauarbeiten abgeschlossen.

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Verwertung des Klärschlammes der Stadt Boppard in der Landwirtschaft

Jeder kann und keiner muß!
Auf die Frage, was ein Maschinen- und Betriebshilfsring (MBR) ist, nahm der erste hauptamtliche Geschäftsführer vor nunmehr 26 Jahren wie folgt Stellung: "Ein Maschinen- und Betriebshilfering ist keine Maschinengemeinschaft, auch keine Genossenschaft, er besitzt keine Maschinen, er verpflichtet Mitglieder nicht zur Arbeit, er erzielt keine Gewinne und ist eine Selbsthilfeeinrichtung für Landwirte und Winzer." D as System war einfach: Landwirte kaufen nur wenige, aber leistungsfähige Maschinen und Geräte und setzten diese für sich und zu festgelegten Verrechnungswerten auch für andere ein. Vorteil: es werden unter dem Strich nur wenige Maschinen gebraucht, aber alle Arbeiten können mit guter oder besserer Technik zeitgerecht durchgeführt werden. Ein steiler, erfolgreicher Aufstieg mit großer Resonanz in der Bevölkerung folgte. Das Land förderte diese neue Einrichtung.
Nach 18 Jahren erfolgreicher Arbeit galt es aber sich nach neuen, zeitgemäßen Geschäftsfeldern umzusehen. Schredder- und Strauchschnittverträge mit dem Landkreis und ein Klärschlammverwertungsvertrag mit der VG Rheinböllen waren erste Erfolge. Aus steuerlichen und vereinsrechtlichen Gründen wurde am 14. März 1992 die MBR Grüngutverwertung GmbH als 100% ige Tochter gegründet. Neben vielen Dienstleistungen ist ein besondere Aufgabenbereich der GmbH das Agrarrecycling von organischen Stoffen in der Landwirtschaft. Der Sicherheit der Bodenverbesserung und der Düngung kommt hier ein Hauptaugenmerk zu.
Im Bereich Durchführung und Bau einer Kompostanlage für den Rhein-Hunsrück-Kreis kam eine Verbindung mit der RWE-Tochter, der Firma Frey Entsorgung zustande. Eine neue, gemeinsam gegründete Firma mit dem Namen Hunsrück Kompost GmbH baut und betreibt diese neue Technologie der Vergärungsanlage mit Gasgewinnung und anschließender Wärmekraft-Kopplung.Der hierzu mit der Kreisverwaltung geschlossene Vertrag hat eine Laufzeit von 15 Jahren Rückblickend waren es erfolgreiche 27 Jahre MBR Arbeit. Eine der Hauptaufgaben in der Zukunft wird die stärkere Einbindung der regionalen Landwirtschaft in ein wirtschaftliches Gesamtkonzept sein.

MBR Rhein-Hunsrück e. V. in der Praxis
Neben der Aufgabe der Maschineneinsatzplanung und Vermittlung hat die MBR aber noch andere Aufgaben zu erfüllen. Es werden Tagungen, Infoversammlungen, Lehrgänge Ausstellungen und Vorträge organisiert. Studienreisen in´s In- und Ausland sowie Veranstaltungen zum Thema "Moderne Technik" gehören zum selbstgewählten Aufgabenbereich. Der MBR Rhein-Hunsrück e. V. sieht sich als kompetenter und moderner Dienstleister für den Landwirt und die Bevölkerung der Region. Über 680 Landwirtschaftliche Betriebe, Kommunen, Vereine, Verbände, Genossenschaften und Firmen sind Mitglied in der MBR.

MBR Grüngutverwertung GmbH in der Praxis
Seit Millionen von Jahren zersetzen Mikroorganismen, Pilze, Würmer usw. die abgestorbenen Pflanzenteile. Die moderne Nutzung dieser Prozesse ist die Aufgabe der MBR Grüngutverwertung GmbH. Aus Ernterückständen, Laub, Gras-, Strauch-, Baumschnitt und auch Weihnachtsbäumen wird wertvoller Humus gemacht. Ein leistungsfähiger Schredder bricht das Ausgangsmaterial in feine Teile. Auf Mieten liegend erhitzt sich das geschredderte Material, gibt Wasserdampf ab. Anschließend wird es auf Ackerflächen ausgestreut und eingearbeitet. Diesen Vorgang nennt man Flächenkompostierung. Ein weiteres Arbeitsfeld im Bereich der Sekundärrohstoffe ergibt sich aus der zusammenarbeit mit den Klärwerken. Hier ist es gelungen ca 30.000 Tonnen biologischer Abfälle, die bis 1990 zur Deponie gebracht werden mußten, als Düngekomponenten in die Landwirtschaft zurückzuführen. Somit wurden die Ziele des heutigen Kreislaufwirtschaftsgesetzes von der MBR frühzeitig umgesetzt. Es muß aber weiterhin noch viel Überzeugungsarbeit bei den Klärwerksbetreibern und auch bei den Landwirten geleistet werden. Die MBR GmbH hat noch Kapazitäten offen.

Hunsrück-Kompost GmbH in der Praxis
Bioabfälle aus Haus und Garten sowie Küchenabfälle und Essensreste mit Fleisch und Wurst können wegen Ihrer Ansteckungsgefahr nicht bedenkenlos in der Flächenkompostierung eingesetzt werden. Die Aufgabe der Hunsrück Kompost GmbH war der Bau einer Kompostierung anaerob mit modernster Technik. In den großen Gebäuden wird mit modernster Technik und nachgeordneten Abluftfiltern werden alle Gesetzlichen Anforderungen erfüllt. Seit Januar 1998 nimmt diese Anlage den Bioabfall aus unserem Landkreis auf und kompostiert ihn zu wertvollem Dünger für die Landwirtschaft. Aus ca. 1 Gewichtstonne Bioabfall entstehen über die Ausnutzung des entstehenden Biogases ac. 200-250 KWh elektrische Energie, die in das öffentliche Netz eingespeist wird.

MBR Rhein-Hunsrück e.V.
Schmittbachstraße 15
55469 Simmern

Telefon: 0 67 61 / 96 03 00
0 67 61 / 97 01 00
Telefax: 0 67 61 / 97 01 02

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Finanzielle Situation, Gebührenentwicklung

Dem Schutz des Wassers gehört höchste Priorität und die ordnungsgemäße Abwasserbeseitigung ist von entscheidender Bedeutung für den Gewässerschutz. Im Stadtgebiet Boppard verläuft die natürliche Wasserscheide in etwa mit der Hunsrückhöhenstraße, B 327, und die Vorfluter münden in den Rhein und die Mosel. Die Investitionsschwerpunkte lagen zunächst im Einzugsbereich des Rheins, beginnend mit der Kläranlage Boppard, und mit der Fertigstellung der Abwassergruppe Oppenhausen-Herschwiesen in 1999 sind die Hauptinvestitionen im Abwasserbereich abgeschlossen. Die künftigen Investitionsschwerpunkte liegen beim Neubau von Kanalnetzen sowie der Sanierung von vorhandenen Kanälen.

Dazu einige Vergleichszahlen, Angaben in Mio. DM, bezogen auf 01.01.1976 und 31.12.1998:

Bilanzsumme von 23,00 auf 54,5 = + 31,5 Mio. DM
Anlagevermögen Anschaffungswert von 25,7 auf 88,9 = + 63,2 Mio. DM

Restbuchwert von 19,2 auf 53,9 = + 34,7 Mio. DM

Schuldenstand von 5,3 auf 29,5 Mio. DM

Hier wird deutlich, daß die Sauberkeit ihren Preis hat, EU-Richtlinien und Gesetze verlangen es und die Gemeinde, die diese "Reinheitsgebote" nicht erfüllt, muß u. a. "Bußgeld", eine ständig steigende Abwasserabgabe zahlen. Bei der Abwasserbeseitigung treiben die vorgeschriebenen Standards die Kosten der Gemeinden. In diesem Bereich führt mehr Geld für den Umweltschutz zur direkten höheren Belastung der Bürger. Zur Kostendeckung werden von den Kanalwerken ausschließlich Benutzungsgebühren erhoben, eine Berechnungsart, die nur von wenigen Gemeinden in Rheinland-Pfalz praktiziert wird. Veranlagt wird in der Stadt Boppard das Schmutzwasser und das Oberflächenwasser und, anders als bei den Gemeinden in der Region, werden in der Stadt Boppard weder einmalige noch wiederkehrende Kanalbeiträge berechnet. Ein Gemeindevergleich nur der Abwassergebühren ist daher falsch. Richtig ist nur ein Gesamtvergleich unter Einbeziehung aller von der Solidargemeinschaft zu tragenden Aufwendungen für das Abwasser. Dazu kommt, daß Kostenvergleiche nur bei vergleichbarem Stand der Abwasserbeseitigung wertbare Ergebnisse bringen. In 1976 betrug die Schmutzwassergebühr 1,50 DM/cbm und in 2000 beträgt sie 5,80 DM/cbm, die Oberflächenwassergebühr stieg von 0,80 DM/qm auf 1,40 DM/qm.
Auf der Grundlage des fortgeschriebenen Abwasserbeseitigungskonzeptes (1998-2002) lassen die Folgekosten aus den Investitionen sowie die Betriebskosten als Ergebnis der mittelfristigen Finanzplanung erkennen, daß die Einnahmen der Kanalwerke weiter verbessert werden müssen. Dabei werden auch die zunehmende Flächenentsiegelung und der bewußtere Frischwasserverbrauch zu beachten sein.

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