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08.05.17 15:05 Alter: 193 Tage

Zu großer Taubenbestand in Boppard

In der Kernstadt von Boppard hält sich ein zu großer Bestand von Stadttauben, die regelmäßig gefüttert werden, ein Problem, das auch viele andere Städte plagt.
Der Naturschutzbund Deutschland (NABU) der 1899 als Bund für Vogelschutz gegründet worden ist, weist darauf hin, dass nach 1945 in den Städten eine Bestandsexplosion erfolgte mit nachteiligen Folgen für Gebäude, Stadtbewohner und die Tauben selbst. Tauben brühten gesellig und suchen dafür geschützte Nist- und Schlafplätze auf, da sie gegen Zug, Kälte und Feuchtigkeit empfindlich sind. Als ehemalige Fels- und Höhlenbrüter bevorzugen sie ältere, reich strukturierte Gebäude, Speicher, windgeschützte und trockene Plätze, halbdunkle Innenräume, Simse und Dachvorsprünge. Die für eine stark angewachsene Stadttaubenpopulation oftmals nur wenigen freien Brutplätze sind hart umkämpft.
Überbesetzung und innerartliche Konkurrenz führen zu Stress und begünstigen das Auftreten von Krankheiten und Parasiten. Trotzdem können Stadttauben mit 5 bis 7 (oder sogar 9) Lebensjahren recht alt werden. Durch die kontinuierliche Fütterung brüten Stadttauben während des ganzen Jahres, jedoch überleben bis zu 90 Prozent der Jungtiere nicht das erste Lebensjahr.

Im Stadtkern von Boppard befinden sich massenhaft Tauben, was insbesondere für den Gebäudebestand zu enormen Verschmutzungen und Beschädigungen, beispielsweise an der Severuskirche, führt. Aufgrund ihrer hohen Populationsdichte gelten Tauben als starke Überträger von Krankheiten untereinander. Aus den genannten Gründen ist Taubenfüttern in Boppard verboten. Zuwiderhandlungen werden mit einem Ordnungsgeld bis zu 500 € bestraft. Dennoch kommt es immer wieder zu den verbotenen Fütterungen im Marktplatzbereich. Die Stadtverwaltung bittet um Mithilfe, das genannte Problem in den Griff zu bekommen. Für weitere Informationen steht Hans-Joachim Bach, Tel. 103-17, zur Verfügung.