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Die Eingewöhnung

Wir legen großen Wert auf einen behutsamen Übergang von der Familie in unsere Einrichtung. Bei der Eingewöhnung beachten wir die neuesten Erkenntnisse der Bindungstheorie. Die pädagogische Bezugsperson gibt dem Kind Sicherheit und schafft somit die Basis für eine erfolgreiche Entwicklung in unserem Haus.

Die Eingewöhnung findet in mehreren Phasen statt:

Eltern und pädagogische Bezugsperson lernen sich kennen. Wir sprechen über Eigenheiten und Gewohnheiten des Kindes, um diese in die Eingewöhnungszeit mit einzubeziehen. Die Eltern erhalten einen wichtigen Einblick in die Abläufe in der Kita und die weiteren Schritte in der Eingewöhnungszeit.

Für die Kinder ist es in den ersten Lebensjahren einfacher, fremden Personen zu begegnen und neue Situationen zu verarbeiten, wenn eine vertraute Bezugsperson anwesend ist. Dies sind meist Mama oder Papa oder eine andere vertraute Person wie z. b. ein Großelternteil. In den ersten Tagen bleiben Kind und Bezugsperson zusammen. Sie bilden einen sicheren Rückzugsort für das Kind. Die Erzieherin bietet sich als Spielpartnerin an und beobachtet das Kind. Sie bedrängt das Kind nicht.

Die Eingewöhnungsphase dient dazu den Aufenthalt in der Kita zu einer vertrauten Situation für Kind und Bezugsperson werden zu lassen und eine Beziehung zur Erzieherin aufzubauen.

Wenn Kind und Eltern für eine erste Trennung bereit sind, verabschiedet sich das begleitende Elternteil nach ein paar Minuten, verlässt für einige Minuten den Raum, bleibt aber in der Einrichtung. Die Trennung ist erfolgreich, wenn das Kind sich von der pädagogischen Bezugsperson trösten lässt und mit ihr kommuniziert. In den folgenden Tagen wird die Trennungszeit langsam gesteigert. In Absprache mit den Eltern wird auch das Mittagessen und der Mittagsschlaf in die Eingewöhnungszeit mit einbezogen.

Die Eingewöhnung ist erfolgreich, wenn das Kind in der Kita eine pädagogische Bezugsperson als sicheren Hafen akzeptiert und seinen Rhythmus im Tagesablauf gefunden hat. Das Kind kann zwar noch protestieren, wenn es von Mama oder Papa verabschiedet wird, lässt sich aber von den Mitarbeitern schnell beruhigen. Nach 2 bis 3 Monaten treffen sich Bezugserzieherin und Eltern zu einem Abschlussgespräch, um die ersten Entwicklungsschritte in der Kita und die Eingewöhnungszeit gemeinsam zu reflektieren.

Unser Erfahrungsbericht zur Eingewöhnung unserer Tochter Johanna in der Kita „Kleines Abenteuer“

Die Eingewöhnung unserer Tochter Johanna begann vor nunmehr 10 Wochen. Kurz zu unserer Familiensituation: Johanna war zu Beginn der Eingewöhnung 17 Monate alt. Sie ist unser erstes Kind und wurde bisher ausschließlich durch uns betreut, da beide Großeltern nicht in der Nähe wohnen.
 
Das Vorgespräch wurde mit Doro geführt, die die kommenden Wochen die Eingewöhnung intensiv begleiten würde. Dieses haben wir in sehr positiver Erinnerung. Johanna konnte sich frei im Gruppenraum bewegen und alles erkunden, während wir das Gespräch führten und Doro sich nebenbei ganz behutsam unserer Tochter annäherte. Im Gespräch gab es viel Raum, um die eigenen Erwartungen, Wünsche und auch Bedenken frei zu äußern. Es ist und bleibt schließlich das eigene Kind, das Wertvollste, was man besitzt, welches man zeitweise in die Obhut anderer Personen überlässt. Aus meiner Sicht ist es ganz wichtig, den Erzieherinnen das Vertrauen in ihre Kompetenzen zu geben, dass sie sich die größte Mühe geben werden, das Kind liebevoll, aufmerksam und ganz individuell zu betreuen. Die eigene Haltung im Vorfeld ist hier aus meiner Sicht ganz entscheidend für den Weg, den man gemeinsam mit den Erzieherinnen beschreiten möchte.

Die Eingewöhnung selbst gestaltete sich in den ersten Tagen so, dass ich mit Johanna täglich in den Kindergarten kam und stets von Doro in Empfang genommen wurde. Hier gibt sich das Team alle Mühe, die Dienstpläne so zu gestalten und umzulegen, dass das Kind immer von derselben Erzieherin begrüßt werden kann. Ich blieb die ersten Tage mit in der Einrichtung und begleitete Johanna beim Frühstück und in den Spielsituationen, wobei ich ganz normal auch als Spielpartnerin agierte. Dabei war Doro immer an Johannas Seite und kümmerte sich ganz intensiv um sie, wobei sie die anderen Kinder immer mit im Blick behielt und sie in die Interaktionen mit einbezog. An Tag 4 etwa nahm ich zunehmend eher die passivere Rolle der Beobachterin ein. Von da an versuchte ich, mich ganz natürlich in der Einrichtung zu bewegen, mich umzuschauen, dabei auch mal den Raum zu verlassen, in dem Johanna gerade spielte und dennoch jederzeit für sie verfügbar zu sein, wenn sie begann, mich zu suchen. Dorokonnte währenddessen intensiv mit Johanna interagieren, um eine ganz persönliche Beziehung zu ihr aufzubauen und nach und nach ihr Vertrauen zu gewinnen (was ihr sehr gut gelang). Doroging dabei sehr empathisch und behutsam vor. Sie versuchte herauszufinden, welches Spielzeug Johanna besonders interessierte und näherte sich ihr so ganz zwanglos Stück für Stück. Die erste Trennung erfolgte für etwa 10 Minuten und ich zog mich ins Obergeschoss zurück. So hatte ich die Möglichkeit zu hören, wie Johanna auf die Trennung reagierte. Dies steigerten wir im Laufe der Tage. Natürlich gab es dabei Tränen, die es einer Mutter schwer machen zu gehen. Ich habe immer versucht, beim Abschied meiner Tochter ganz positiv zu vermitteln, dass ich wiederkommen werde und sie hier sehr gut aufgehoben ist. Hierbei kommt die zuvor bereits angesprochene eigene Haltung gegenüber der Fremdbetreuung zum Tragen. Man sollte selbst wirklich dahinter stehen und die vielen Vorteile für das Kind im Blick behalten. Ganz besonders schätze ich die Transparenz, die die Erzieherinnen ermöglichen. So wurde ich angerufen und darüber informiert, wie Johanna auf die Trennung reagierte, nachdem ich gegangen war. Dies war eine enorme Erleichterung für mich. Eine andere Möglichkeit war, dass ich im Flur warten durfte und selbst hörte, dass Johanna direkt aufhörte zu weinen, als ich aus dem Blickfeld war und sie gemeinsam mit Doro zum Frühstücksbuffet ging.

Nachdem sich Johanna eingelebt hatte und den Vormittag gemeinsam mit den anderen Kindern verbrachte, versuchten wir, dass sie auch den Mittagsschlaf dort machen würde. Nachdem sie jedoch weinte und sich nicht in ihr Bettchen legen wollte, beschlossen wir gemeinsam, einen Gang zurückzuschalten und ich stellte Johannas Kinderwagen in der Einrichtung unter. Johanna hatte so die Möglichkeit, ihren Vormittagsschlaf darin zu verrichten und nach dem Aufwachen das Mittagessen zu bekommen. Ich bin immernoch sehr dankbar für diese so flexible und individuelle Lösung des Schlafproblems. Johanna brauchte einfach noch etwas mehr Zeit um so richtig anzukommen und auch ihr Bettchen anzunehmen. Dies zahlte sich aus: Irgendwann ging sie mit den anderen Kindern mit ins Wolkenzimmer und ließ sich in den Schlaf bringen.

Johanna geht sehr gerne in den Kindergarten. Sie schläft dort ruhig ein und wacht ruhig auf. Sie ist sehr ausgeglichen und wir sind wirklich froh darüber, wie die Eingewöhnung im „Kleinen Abenteuer“ durchgeführt worden ist.

Vielen Dank dafür                                    Claudia und Jörg mit Johanna, im August 2018