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19.02.21 13:00 Alter: 16 Tage

SGD Nord: Der Frühling steht in den Startlöchern – Frösche gehen bald auf Wanderung

Bergmolch

Unser Foto zeigt einen Bergmolch, wie er auch bei uns zu finden ist. Bildquelle: SGD Nord

Die Kältewelle ist vorbei und die ersten Kraniche kommen aus dem Süden zurück. Dies ist zudem ein Zeichen dafür, dass bald auch die frühlaichenden Amphibienarten ihre Winterquartiere verlassen und auf Wanderschaft gehen. Zu diesen Arten gehören beispielsweise die Erdkröte oder auch der Grasfrosch. Sie nutzen meist den Schutz der Nacht und machen sich in Massenwanderungen auf den Weg zu den Laichgewässern. Auch die in Rheinland-Pfalz beheimateten vier Molcharten sowie der Feuersalamander werden ihnen sehr bald folgen.

Auf ihrem Weg müssen die Tiere in unserem dicht besiedelten Raum oft Straßen überqueren. Wenn man berücksichtigt, dass wandernde Erdkröten für das Überqueren einer normalgroßen  Straße bis zu 15 Minuten benötigen, wird selbst bei einer geringen Verkehrsdichte deutlich, dass der Weg zu den Gewässern lebensgefährlich für sie ist. Daher bittet die Struktur- und Genehmigungsdirektion (SGD) Nord als Obere Naturschutzbehörde alle Autofahrer, in den nächsten Wochen besonders aufmerksam zu sein.

„Wir rufen nicht nur zur Achtsamkeit für unsere stark gefährdeten heimischen Amphibien auf, sondern wir schützen sie auch in vielfältiger Weise. Neben der Förderung des ehrenamtlichen Amphibienschutzes werden zum Beispiel im Rahmen von Artenschutzprojekten unterschiedliche Schutzmaßnahmen ergriffen. Auch in diesem Jahr werden wieder Maßnahmen eines mehrjährigen Amphibienschutzprojektes im Westerwald umgesetzt“, betont SGD-Nord-Präsident Uwe Hüser.

Die SGD Nord will Autofahrer – wie bereits erwähnt – dementsprechend sensibilisieren und bittet sie, die entsprechenden Hinweisschilder zu beachten. Wo es gefahrlos möglich ist, können Autofahrer schon durch eine Reduzierung der Fahrgeschwindigkeit zum Überleben der Tiere beitragen. Optimal wäre natürlich das Ausweichen auf alternative Fahrstrecken.

Neben den Verlusten durch das Überfahren, konkret durch das Überrollen mit den Reifen, sterben viele Tiere auch durch einen Unterdruck, der technisch bedingt im normalen Fahrbetrieb unter den Autos entsteht und für die Tiere auch bei vorsichtiger Fahrweise leider oft tödliche Folgen hat. Schon Fahrgeschwindigkeiten ab circa 30 km/h reichen aus, um bei den Amphibien durch den unter dem Auto auftretenden Unterdruck schwerste innere Verletzungen wie die Zerstörung der inneren Organe, Knochenbrüche oder dergleichen hervorzurufen. Dazu muss es also nicht zu einer Berührung mit dem Autoreifen kommen.

Weitere Informationen unter www.sgdnord.rlp.de


Exkurs: Am Beispiel des Bergmolches (Ichthyosaura alpestris)

Der mittelgroße Bergmolch zählt wegen seiner prächtigen Färbung sicher zu den schönsten der einheimischen Schwanzlurche und kommt sowohl im Flachland als auch im Hochgebirge vor. Den sehr anpassungsfähigen Bergmolch kann man in kleinen Gewässern aller Art vorfinden, oft vergesellschaftet mit den anderen Molcharten.

Kurzsteckbrief


Größe:
Die Weibchen sind mit einer Länge von bis zu 12 Zentimetern etwas größer als die bis zu 8 Zentimeter großen Männchen.

Alter:
Bergmolche können bis zu 30 Jahre alt werden.

Besondere Merkmale:
Die Bauchunterseite der Bergmolche ist leuchtend orange ohne jede Zeichnung. In der Wassertracht sind die männlichen Tiere durch die blaue Rückenfärbung mit den schwarz-weiß punktierten Flanken auffallend gezeichnet. Die Weibchen sind mit einer grau-braun marmorierten Rückenzeichnung mit schwächer ausgeprägter Flankenzeichnung deutlich unscheinbarer.

Ernährung:
Die Molche fressen in den Gewässern zum Beispiel Krebse, Schnecken sowie Laich und Larven anderer Amphibien. An Land ernähren sie sich von Schnecken, Würmern etc.

Jahresrhythmus:
Bergmolche sind meist ab Ende März in den Gewässern zu finden. Sie bleiben auch nach der Fortpflanzung oft noch in den Gewässern. Ab Juni werden meist die Sommerquartiere in strukturreichen Laub- und Mischwäldern aufgesucht. Im Spätherbst wandern die Tiere in die Winterquartiere. Einzelne Tiere überwintern in den Gewässern.

Fortpflanzung:
Die befruchteten Eier werden einzeln an die Blätter von Wasserpflanzen geheftet. Ein Weibchen legt über einen Zeitraum von mehreren Wochen zwischen 70 und 390 Eier.

Laich:
Einzelne Eier.

Larven:
Nach 2 bis 4 Wochen schlüpfen die Larven aus den Eiern. Die Metamorphose erstreckt sich über einen Zeitraum von 3 bis 4 Monaten. Vereinzelt kommt es bei Bergmolchen aber auch vor, dass keine vollständige Umwandlung erfolgt (sogenannte Neotonie).