Breitbandausbau geht voran: Der Rhein-Hunsrück-Kreis startet ein digitales Großprojekt

Die Kreisverwaltung des Rhein-Hunsrück-Kreises will den Landkreis mit Fördermitteln des Bundes und des Landes Rheinland-Pfalz in den nächsten Jahren gigabitfähig mit Breitband versorgen.

Neben den im Rhein-Hunsrück-Kreis bereits durchgeführten und geplanten Baumaßnahmen zur Versorgung einer Vielzahl von Adressen mit Glasfaser in der jüngeren Vergangenheit, beabsichtigt die Kreisverwaltung jetzt, die noch nicht ausgebauten Adressen bis in die Häuser bzw. Unternehmen mit sehr schnellem Internet zu versorgen.

Die Kreisverwaltung hat hierfür Ende August einen Förderantrag beim Bund mit einem Investitionsvolumen von 67,3 Millionen € eingereicht und eine Förderung von 50 % beantragt. Ein ergänzender Antrag über 40 % Fördermittel wird in Kürze beim Ministerium für Arbeit, Soziales, Transformation und Digitalisierung des Landes eingereicht. Den verbleibenden Eigenanteil von 10 % trägt der Rhein-Hunsrück-Kreis für alle Ortsgemeinden im Landkreis.

Parallel wird von der Kreisverwaltung bereits die Ausschreibung vorbereitet, die nach Vorliegen der Förderbescheide veröffentlicht werden soll.

Eine Auswertung durch den vom Landkreis beauftragten technischen Berater hat ergeben, dass unter Berücksichtigung der eigenwirtschaftlichen Aktivitäten der Telekommunikationsunternehmen in den nächsten Jahren knapp 3.500 Adressen unterversorgt sind, das heißt eine Versorgung von derzeit unter 100 mbit/s haben. Diese dürfen nach den Vorgaben des Bundes und des Landes Rheinland-Pfalz im geförderten Ausbau im ersten Schritt ausgebaut werden. „Damit wollen wir so schnell wie möglich beginnen“, erklärt Landrat Volker Boch.

Ergänzend dazu können weitere rund 370 Adressen dann ausgebaut werden, wenn die Förderrichtlinien es zulassen, dass auch Adressen, die mit mehr als 100 mbit/s, aber weniger als gigabitfähig versorgt sind, im geförderten Ausbau versorgt werden dürfen. „Wir hoffen, dass dafür auf Bundesebene bald die Freigabe erfolgt“, wünscht sich Landrat Boch. Dies ist nach derzeitiger Sicht frühestens 2023 der Fall.

Landrat Boch ist optimistisch, dass der Rhein-Hunsrück-Kreis in den nächsten 5 Jahren einen großen Schritt in Richtung Digitalisierung machen wird. Dazu trägt auch ein umfangreicher eigenwirtschaftlicher Ausbau bei, der im Rahmen einer Kooperationsvereinbarung zwischen Vodafone und Westenergie und dem Landkreis besiegelt wurde. „Das Kooperationsprojekt der Firmen Westenergie Breitband und Vodafone mit einem Ausbau von 17.600 Adressen sowie das Kreisprojekt mit weiteren rund 3.800 Adressen sind Meilensteine für die Zukunftsfähigkeit unseres Landkreises. Viele Unternehmen und viele Bürgerinnen und Bürger werden von diesen Projekten profitieren“.