Zahlreiche Amphibienarten verlassen nun ihre Winterquartiere, um ihre traditionellen Laichgewässer aufzusuchen.
Seit dem vergangenen Wochenende lässt sich dieses Naturschauspiel auch in Boppard wieder eindrucksvoll beobachten. Besonders das Mühltal (L207) sowie die Rheingoldstraße (L212) zwischen Bad Salzig und Weiler entwickeln sich erneut zu Hotspots der Amphibienwanderung.
Neben Erdkröten machen sich auch Grasfrösche, Feuersalamander und Bergmolche – vor allem nach Einbruch der Dunkelheit und bei feuchter Witterung – auf den Weg zu ihren Laichplätzen.
Für viele Tiere birgt die Querung der Straßen jedoch große Gefahren. Trotz ihrer geringen Größe müssen sie breite Fahrbahnen überwinden und werden dabei leider häufig Opfer des Straßenverkehrs.
Schutzmaßnahmen im Mühltal und Bad Salzig
Um die Amphibienbestände zu schützen und zu erhalten, werden auch in diesem Jahr wieder umfangreiche Maßnahmen ergriffen:
Vollsperrung im Mühltal (L207)
In den kommenden Tagen wird das Mühltal zwischen dem Wanderparkplatz auf Höhe Getränke Weinand und der Hunsrückhöhenstraße voll gesperrt.
Ehrenamtlicher Einsatz
Zwischen Kreisel und Wanderparkplatz sind allabendlich Tierschützerinnen und Tierschützer unterwegs, um die Tiere einzusammeln, sicher über die Straße zu bringen und zu zählen.
Gleiches gilt für den Bereich Bad Salzig / Weiler entlang der L212. Dort wird entlang der Landstraße erneut ein Amphibienschutzzaun errichtet.
Kurpark Bad Salzig
Auch im Bereich des Bad Salziger Kurparks werden aktuell durch Mitarbeiter des städtischen Bauhofs Schutzzäune am Löschteich sowie oberhalb der Leonorenstraße installiert. Der Teich im Kurpark stellt ein bedeutendes Laichgewässer, insbesondere für Erdkröten, dar.
Die Stadt Boppard wird bei diesen Maßnahmen durch den städtischen Bauhof, den Rhein-Hunsrück-Kreis sowie die Straßenmeisterei Kastellaun unterstützt. Allen Beteiligten sowie den zahlreichen ehrenamtlichen Helferinnen und Helfern gilt ein herzliches Dankeschön für ihr engagiertes Mitwirken.
Appell an alle Verkehrsteilnehmer
Die Stadt Boppard bittet alle Verkehrsteilnehmerinnen und Verkehrsteilnehmer um besondere Rücksichtnahme in den betroffenen Bereichen.
Was Autofahrerinnen und Autofahrer konkret tun können:
Geschwindigkeit reduzieren, insbesondere in den Abend- und Nachtstunden. Befinden sich mehrere Tiere auf der Straße, sollte das Tempo deutlich gedrosselt werden. Selbst wenn Amphibien nicht direkt überfahren werden, kann der durch schnell fahrende Fahrzeuge entstehende Unterdruck für die empfindlichen Tiere tödlich sein.
Wer beim Umsetzen helfen möchte, sollte ausschließlich an gut einsehbaren Straßenabschnitten anhalten und das eigene Unfallrisiko stets im Blick behalten. Wer Interesse hat, die Amphibienschutzmaßnahmen ehrenamtlich zu unterstützen, kann sich per E-Mail an phwinkler@hotmail.de (Petra Winkler) wenden.
Die Stadt Boppard appelliert an das Verständnis aller Bürgerinnen und Bürger für mögliche Einschränkungen und dankt für die Rücksichtnahme zugunsten des Natur- und Artenschutzes.
