Starkregen- und Hochwasservorsorgekonzept

Örtliches Hochwasser- und Starkregenvorsorgekonzept für die Ortsbezirke Boppard inkl. Buchenau, Bad Salzig und Hirzenach in der Stadt Boppard

Hochwasser Boppard


Hier erfahren Sie alles Wissenswerte zu den Hintergründen, dem Stand der Planung, zum Planungsteam und zu Ihren Mitwirkungsmöglichkeiten.

Die Ortsbezirke im Rheintal sind langjährig routiniert in der Hochwasserbewältigung. Aber: Die Starkregenereignisse der vergangenen Jahre zeigen, dass Überschwemmungen ungeahnte Ausmaße annehmen können. Wissen Bürgerinnen und Bürger, wie sie betroffen sind und wie man vorbereitet sein kann? Hat sich die örtliche Gefahrenabwehr darauf eingestellt, dass Ereignisse wie diese wiederkehrend sind? Diese und viele weitere Fragen sind im Hochwasser- und Starkregenvorsorgekonzept der Stadt Boppard zu beantworten.

Die Stadt Boppard hat beschlossen, die Untersuchungen aufgrund vorangegangener Ereignisse zunächst für die Ortsbezirke Boppard inkl. Buchenau, Bad Salzig und Hirzenach durchführen zu lassen. Betreut durch das Ingenieurbüro Planwerk-Häuser aus Boppard in Zusammenarbeit mit Dr.-Ing. Roland Boettcher, sollen mögliche Schadensursachen aufgearbeitet und die Hochwasser- und Starkregenvorsorge auch für größere Ereignisse umfassend vorangetrieben werden. Das Land Rheinland-Pfalz fördert die Kosten für die Aufstellung des Konzepts mit 90 Prozent.

Klicken Sie auf entsprechende Unterpunkte, wenn Sie Informationen zu den Hintergründen, Zielen und der Bürgerbeteiligung erfahren möchten.

  • Ziele

    Das örtliche Hochwasser- und Starkregenvorsorgekonzept wird die Probleme der letzten Jahre und Gefahrenschwerpunkte berücksichtigen. Großer Handlungsbedarf besteht insbesondere durch Starkregen hervorgerufene Überschwemmungen in den Bachtälern. Mitgespültes Geröll und Schlammlawinen sind keine Seltenheit mehr. Des Weiteren sind auch mögliche größere Ereignisse und Extremhochwasser des Rheins in den Fokus zu nehmen. Durch angepasste Vorsorgemaßnahmen in Form von Handlungsanweisungen und baulichen Vorbereitungen sollen Gefahren minimiert und Schäden für Mensch, Tier sowie für bebaute und landwirtschaftliche Flächen reduziert werden.

    Überschwemmungen durch Starkregen sind schwerwiegende Ereignisse, die sich aufgrund des Klimawandels zukünftig weiter verschärfen werden, so die Expertenmeinung. Durch Dauerregen oder kurze heftige Gewitter kann es zu Überflutungen in unvermutetem Ausmaß kommen. Schwerwiegende Bilder haben uns gezeigt, dass es auch abseits der großen Flüsse zu dramatischen Überschwemmungen kommen kann. Durch das überraschende Auftreten eines Starkniederschlages besteht kaum eine Möglichkeit zur Frühwarnung. Gerade in den Hängen des Rheintals fließt das Wasser außerhalb der Bäche auf der Geländeoberfläche sturzflutartig ins Tal und kann große Mengen Treibgut und Boden mit sich reißen. Zusätzlich besteht die Gefahr der Unterspülung und dem daraus resultierenden Grundbruch. Dies kann zu schwerwiegenden Schäden an Infrastruktur und Gebäuden führen.

    Daneben ist Boppard wie alle Gemeinden am Rhein seit jeher von wiederkehrenden Flusshochwässern betroffen. Noch im Februar waren die Rheinanlagen bis zum Karmeliterplatz überflutet. Solche Naturereignisse hat es immer gegeben und wir müssen jederzeit erneut damit rechnen! ABER: Im Vergleich zum Jahrhunderthochwasser war dies nur ein leichtes Ereignis. Sind wir im Ernstfall gewappnet?

    Viele erinnern sich noch an das große Hochwasser von 1988, welches oft als „Jahrhunderthochwasser“ bezeichnet wird. Aber auch hier lag der Pegel noch rund 70cm unter dem Pegelstand eines Hochwassers, das statistisch einmal in hundert Jahren auftritt.

    WIR MÜSSEN JETZT HANDELN!

    Der Stand der Vorsorge wird nun durch das örtliche Hochwasser- und Starkregenvorsorgekonzept in allen Bereichen geprüft und weiterentwickelt.

  • Bürgerbeteiligung

    Zur wirksamen Vorsorge für den öffentlichen und privaten Schutz bedarf es der Beteiligung aller Betroffenen! Umfassende Hochwasser- und Starkregenvorsorge in den Gemeinden und Städten ist nur unter intensiver Beteiligung der betroffenen Bürgerinnen und Bürger möglich.

    Das Konzept zur Hochwasser- und Starkregenvorsorge ist eine Gemeinschaftsaufgabe von BürgerInnen, Kommune und Land. Alle Betroffenen sind gefragt, sich mit ihren Erfahrungen in die Konzeption einzubringen! Ziel ist es auch, die Eigenvorsorge der betroffenen Bürgerinnen und Bürger zu schärfen, um mögliche Schäden zu minimieren. Damit können Schäden in Zukunft zwar nicht gänzlich vermieden, aber durch gute Vorbereitung deutlich verringert werden. Die Bürgerbeteiligung ist damit ein zentraler Baustein für die Erarbeitung von Vorsorgemaßnahmen. Alle Betroffenen sollen aktiv in den Prozess eingebunden werden. Unter der Federführung der Stadt Boppard, wird diese Moderation vom Ingenieurbüro Planwerk Häuser fachlich unterstützt.

    Die Konzepterstellung befindet sich in der Startphase mit Bestandsaufnahmen durch Begehungen vor Ort und Sichtung bestehender Unterlagen. Wir laden aber bereits heute alle BürgerInnen der Ortsbezirke herzlich ein, sich an der Konzepterstellung zu beteiligen. Jede kleine Maßnahme kann von großer Bedeutung sein.

    Aufgrund der aktuellen Beschlüsse und der allgemein geltenden Kontaktbeschränkungen wären die geplanten Bürgerworkshops derzeit nur eingeschränkt als Präsenzveranstaltung durchführbar. Daher möchten wir Sie zu einer Fragebogenaktion einladen. Wir bitten Sie, sich Zeit für die Fragen zu nehmen. Ihre Anregungen und Vorschläge finden Eingang in das Vorsorgekonzept.


    Im nächsten Schritt sollen die BürgerInnen als Experten in eigener Sache in Workshops nochmals persönlich beteiligt werden. Die Themen der Hochwasser- und Starkregenvorsorge werden besprochen und gemeinsame Möglichkeiten zur Schadensminimierung, auch im privaten Bereich, aufgezeigt. Sobald Präsenzveranstaltungen wieder möglich sind informieren wie Sie hier und in der örtlichen Presse über konkrete Terminvorschläge.

  • Hintergrund

    Das Hochwasser des Rheins hat die Stadt Boppard seit jeher geprägt. Doch Überschwemmungen können auch durch Starkregenereignisse auftreten.

    Durch intensiven kleinräumigen Gewitterregen kann es zu Ausuferungen in kleinen Bächen kommen, wie beispielweise in den vergangenen Jahren in der Stadt Boppard z.B. im Mühltalbach, Bruder-Michelsbach, Salziger Bach, Patelsbach. In diesem Fall spricht man von Starkregenereignissen. Im Gegensatz zu Flusshochwassern führen die meist lokal und mit örtlich stark unterschiedlichen Niederschlagsmengen stattfindenden Starkregenereignisse innerhalb weniger Minuten zu einem sehr hohen Wasserabfluss. Eine Vorhersage ist aufgrund der Kurzfristigkeit der Ereignisse meist nicht möglich. Solche Ereignisse haben in den Jahren 2014, 2016 und 2018 in Rheinland-Pfalz stattgefunden. Dabei ist es zu teilweise starken Überflutungen in den betroffenen Gebieten gekommen. Diese Extremwetterereignisse, vor allem in Kombination mit Starkregen, werden nach Aussage von Klimaexperten auch in Zukunft als Folge des Klimawandels vermehrt auftreten. Sowohl beim Rheinhochwasser als auch bei Starkregenereignissen ist ein absoluter und vollständiger Schutz nicht möglich. Durch angepasste Vorsorgemaßnahmen und eine angemessene Vorbereitung kann aber der Schadensfall deutlich reduziert werden. Hier sind alle gefragt!

    Das Konzept fußt auf verschiedenen Bausteinen. Neben der Gebietsanalyse durch die Planer mit Auswertung von Kartengrundlagen, Berechnungen und Ortsbegehungen sind Expertengespräche mit Fachbehörden sowie die Beteiligung der BürgerInnen von elementarer Bedeutung. Hieraus werden Maßnahmen entwickelt, welche auch mit einem Zeitrahmen zur Umsetzung belegt sind.

    In der Stadt Boppard waren insbesondere der Ortsbezirk Boppard im Mühltal L 207 (Mühltalbach), in Buchenau K 118 (Mittelbach) und der Ortsbezirk Bad Salzig K 126 (Ziehbach), von Starkregenereignissen betroffen. Deshalb soll in einem ersten Schritt für diese Ortsbezirke ein örtliches Hochwasser- und Starkregenvorsorgekonzept erstellt werden. Die Stadt Boppard ist sich aber bewusst, dass auch in den Ortsbezirken, die bisher von Unwetterereignissen verschont geblieben sind, Gefahren bestehen und daher Vorsorgekonzepte erstellt werden. Dies kann in einem nächsten Schritt geschehen.

    Neben den Gefahren durch Starkregen sind die Anliegergemeinden am Rhein von Hochwasser in unterschiedlichem Ausmaß bedroht. Für den Rhein liegen Hochwassergefahrenkarten vor, die zeigen, wie weit das Wasser auch bei Extremereignissen ausufern kann. Kleinere Flusshochwasser und Starkregen stellen letztlich eine beherrschbare Herausforderung dar. Der Fokus der Vorsorge wird daher auf Ereignissen mit einem hohen Schadenspotenzial liegen!

Hochwasser Bad Salzig