Aufstellung des vorhabenbezogenen Bebauungsplans „Hängebrücke Boppard“ sowie frühzeitige Beteiligung der Öffentlichkeit
Der Stadtrat beschloss mehrheitlich bei 25 Ja-Stimmen, 3 Enthaltungen und 2 Gegenstimmen die Aufstellung des vorhabenbezogenen Bebauungsplans „Hängebrücke Boppard“ gemäß § 2 Abs. 1 Baugesetzbuch (BauGB). Gleichzeitig wurde die Durchführung der frühzeitigen Beteiligung der Öffentlichkeit sowie der Behörden und sonstigen Träger öffentlicher Belange gemäß §§ 3 Abs. 1, 4 Abs. 1 und 4a Abs. 2 BauGB beschlossen.
Ziel des Verfahrens ist die planungsrechtliche Vorbereitung der Errichtung einer Hängebrücke über das Ewigbachtal. Vorhabenträger ist die Bopparder Sesselbahn GmbH. Geplant ist eine Hängebrücke mit einer Gesamtlänge von ca. 310 Metern und einer Höhe von etwa 63 Metern über dem Talgrund. Die Anbindung erfolgt über die Bereiche oberhalb des Gedeonsecks sowie auf der gegenüberliegenden Talseite.
Die Hängebrücke soll insbesondere im Zusammenhang mit der Bundesgartenschau 2029 (BUGA 2029) eine touristische Attraktion darstellen und darüber hinaus langfristig zur Stärkung des Tourismus in der Stadt Boppard beitragen. Die Erreichbarkeit ist ausschließlich zu Fuß, mit dem Fahrrad oder über die bestehende Sesselbahn vorgesehen.
Die planungsrechtliche Zulässigkeit des Vorhabens erfordert die Aufstellung eines vorhabenbezogenen Bebauungsplans. Parallel hierzu wird der Flächennutzungsplan im sogenannten Parallelverfahren gemäß § 8 Abs. 3 BauGB geändert.
Im Rahmen der Planung werden auch die Aussagen des gesamtstädtischen Verkehrskonzepts aus dem Jahr 2025 berücksichtigt. Dieses weist insbesondere im nördlichen Stadtgebiet eine hohe Auslastung des ruhenden Verkehrs aus und empfiehlt die Lenkung von Tagesverkehren auf zentrale Stellplatzanlagen außerhalb des Stadtkerns. In diesem Zusammenhang wird unter anderem die Errichtung eines Parkhauses am Standort St. Remigius mit ca. 350 bis 450 Stellplätzen geprüft. Voraussetzung hierfür ist die Verlagerung des dort bestehenden Busparkplatzes, wobei entsprechende Haltebereiche weiterhin vorgesehen bleiben.
Die frühzeitige Beteiligung der Öffentlichkeit wird für die Dauer eines Monats durchgeführt. Zusätzlich ist eine Bürgerinformationsveranstaltung vorgesehen. Im Anschluss erfolgt die weitere Ausarbeitung des Bebauungsplans, der dem Stadtrat erneut zur Beratung und Beschlussfassung vorgelegt wird.
Erneuerung des Brückenwiderlagers der Fähranlegestelle
Der Stadtrat hat einstimmig beschlossen, den Auftrag zur Erneuerung des Brückenwiderlagers an der Fähranlegestelle bei Rhein-Kilometer 570,451 am linken Rheinufer an die Firma Firma Böwingloh & Helfbernd GmbH zu vergeben. Grundlage ist das Angebot vom 15. Juni 2026 mit einer Auftragssumme von 199.683,88 € brutto (inkl. 19 % MwSt.).
Das Brückenwiderlager gehört der Stadt Boppard und dient als Auflager für die Fährlandebrücke der Autofähre Boppard–Filsen. Durch eine Kollision mit einem Schiff wurde das Bauwerk so stark beschädigt, dass es nicht mehr repariert werden kann. Die Reste müssen deshalb vollständig zurückgebaut und fachgerecht entsorgt werden.
Damit die Fähranlegestelle wieder genutzt werden kann, wird ein neues Brückenwiderlager nach den geltenden technischen Regeln und Vorschriften hergestellt.
Die Vergabe erfolgte im Rahmen einer beschränkten Ausschreibung. Drei Firmen wurden zur Abgabe eines Angebots aufgefordert. Zum Ablauf der Frist lag ein gültiges Angebot vor. Die Kosten sollen über die Versicherung des Schadens geltend gemacht werden.
Neugestaltung der Rheinallee: Vergabe von Bauleistungen
Der Stadtrat hat einstimmig beschlossen, die Bauarbeiten zur Neugestaltung der Rheinallee zu vergeben.
Die Tiefbauarbeiten werden an die Bietergemeinschaft Reuscher Tiefbau GmbH und Reuscher Tiefbau Dürrholz GmbH aus Rennerod auf Grundlage des Angebots vom 30.04.2026 vergeben. Die Auftragssumme beträgt 5.779.569,44 € brutto.
Die Ausschreibung wurde europaweit im offenen Verfahren durchgeführt. Nach Prüfung der Angebote hat sich das wirtschaftlichste Angebot der Bietergemeinschaft ergeben. Die Angebote wurden fachlich, rechnerisch und wirtschaftlich geprüft und entsprechen den Anforderungen.
Die Metallbauarbeiten für Geländer und Treppen werden an die Firma Seis + Wölbert GmbH Schlosserei – Metallbau aus Halsenbach vergeben. Die Auftragssumme beträgt 544.051,97 € brutto.
Die Vergaben erfolgen jeweils unter dem Vorbehalt des Abschlusses der vergaberechtlichen Prüfung.
Weitere Beschlüsse des Stadtrats:
- Abwägung / Integriertes städtebauliches Entwicklungskonzept
Einstimmig bei 3 Enthaltungen beschloss der Stadtrat die Abwägung zu den Stellungnahmen der Träger öffentlicher Belange sowie die erneute Bestätigung des integrierten städtebaulichen Entwicklungskonzepts vorbehaltlich der Zustimmung der ADD Rheinland-Pfalz.
- Sanierung Antoniusstraße nach Wasserrohrbruch
Einstimmig wurde die Vergabe der Kanal- und Straßensanierungsarbeiten an die Eurovia Bau GmbH, Koblenz, beschlossen.
- Sportplatz Buchholz – Heizungsanlage
Ein Änderungsantrag aus den Reihen des Stadtrats zur Umstellung auf vollständig erneuerbare Energien (z. B. Wärmepumpe) wurde mit 9 Jastimmen, 18 Neinstimmen und 3 Enthaltungen abgelehnt. Anschließend beschloss der Stadtrat mehrheitlich mit 22 Jastimmen, 7 Gegenstimmen und einer Enthaltung die Bereitstellung von 37.000 Euro überplanmäßiger Mittel zur Sanierung der Heizungs- und Warmwasseranlage, unter anderem mit Brennwerttherme, Pufferspeicher, Frischwasserstation und ergänzender Solaranlage.
- Kurfürstliche Burg – Gastronomie
Mit 1 Gegenstimme und 2 Enthaltungen beschloss der Stadtrat auf Antrag einer Stadtratsfraktion die Ausschreibung einer getränkeorientierten Gastronomie im Nordwestflügel und Außenbereich der Burg. Das Vorhaben soll kostenneutral für die Stadt erfolgen und erst nach dem Umzug des Trauzimmers ins fertig sanierte Karmelitergebäude umgesetzt werden.
Der Livestream der Stadtratssitzung kann hier abgerufen werden:

