Die traditionsreiche Veranstaltung erfreute sich erneut großer Beliebtheit: Insgesamt nahmen 66 Hochzeitspaare aus Boppard, die im Jahr 2025 den Bund fürs Leben geschlossen haben, sowie 43 Mädchen und 40 Jungen, die im selben Zeitraum geboren wurden, teil. Insgesamt hatten sich 114 Personen für die Aktion angemeldet.
Die Pflanzaktion wird jährlich in enger Zusammenarbeit zwischen der Stadt Boppard und dem örtlichen Forstamt organisiert. Treffpunkt war in diesem Jahr erneut die Umgebung des Vierseenblicks, von wo aus sich die Teilnehmenden gemeinsam mit Boppards Bürgermeister Jörg Haseneier sowie Revierleiter Johannes Nass, Forstamtsleiter Axel Henke und den Forstwirten Robert Weinand und Thomas Schimmelpfennig auf den Weg zum Kinder- und Hochzeitswald machten. Der Bürgermeister begrüßte die anwesenden Paare und Familien und zeigte sich erfreut über das anhaltend große Interesse an der Veranstaltung.
Das Forstamt und die Stadt Boppard, zweitgrößter kommunaler Waldbesitzer in Rheinland-Pfalz, verfolgen mit der Aktion das Ziel, eine persönliche Verbindung zwischen den Bürgerinnen und Bürgern und ihrem Stadtwald zu schaffen. Gleichzeitig soll das Bewusstsein für den Schutz und die nachhaltige Entwicklung der Wälder gestärkt werden – im Sinne heutiger und zukünftiger Generationen.
Im Mittelpunkt der diesjährigen Pflanzung stand die Zitterpappel (Populus tremula), auch bekannt als Espe oder Aspe. Diese heimische Baumart aus der Familie der Weidengewächse ist in ganz Europa verbreitet und zeichnet sich durch ihre charakteristischen, rund- bis herzförmigen Blätter aus. Aufgrund ihrer abgeflachten Blattstiele geraten diese bereits bei leichtem Wind in Bewegung und erzeugen das typische „Zittern“, das der Baumart ihren Namen gibt – bekannt auch aus dem Sprichwort „Zittern wie Espenlaub“.

Die Zitterpappel gilt als besonders anpassungsfähig und widerstandsfähig gegenüber den Herausforderungen des Klimawandels. Sie kommt gut mit Trockenheit zurecht, wächst auf nahezu allen Böden und ist äußerst frosthart. Als sogenannte Pionierbaumart besiedelt sie schnell freie Flächen und trägt dazu bei, den Boden für weitere Baumarten vorzubereiten. Obwohl ihr wirtschaftlicher Nutzen im Forst begrenzt ist, besitzt sie einen hohen ökologischen Wert: Über 100 Insektenarten finden in ihr Lebensraum und Nahrung, wodurch sie einen wichtigen Beitrag zur Biodiversität leistet. Die Wahl der Zitterpappel für den Kinder- und Hochzeitswald unterstreicht das Bestreben, auf klimafitte und ökologisch wertvolle Baumarten zu setzen, die die Artenvielfalt nachhaltig bereichern.
Der Kinder- und Hochzeitswald liegt am Rhein-Burgen-Weg oberhalb des Vierseenblicks zwischen Engelseiche und Jakobsberger Hof. Als feste Einrichtung der Stadt sollen sich die gepflanzten Bäume über viele Jahrzehnte hinweg entwickeln – gemeinsam mit den Familien und Paaren, die sie gepflanzt haben.
Die Baumpflanzaktion fand erneut rund um den Internationalen Tag des Waldes am 21. März statt, der 1971 von den Vereinten Nationen ins Leben gerufen wurde, um auf die Bedeutung der Wälder und die globale Waldgefährdung aufmerksam zu machen.
Stadt und Forstamt Boppard laden dazu ein, sich auch über die Pflanzaktion hinaus für den Wald einzusetzen – etwa durch die Nutzung zertifizierter Holzprodukte, die Reduzierung von Wegwerfartikeln aus Holz sowie aktiven Klimaschutz, der langfristig auch dem Erhalt der Wälder zugutekommt.
