Die Neugestaltung der Rheinallee nimmt Fahrt auf. Auf rund 1,2 Kilometern wird der zentrale Rheinraum Boppards in den kommenden Jahren umfassend weiterentwickelt. Der offizielle Spatenstich fand am 24. September 2026 in Höhe des Karmeliterplatzes statt.
Das Projekt umfasst die Ertüchtigung der Rheinufermauer, die bereits im April 2026 begonnen hat, eine neue Gestaltung der Promenade, zusätzliche Bäume und Grünflächen, neue Sitz- und Aufenthaltsangebote, die Neugestaltung des Karmeliterplatzes und der Georg-Francke-Anlagen sowie eine neue Parkbühne. „Mit der Neugestaltung der Rheinallee schaffen wir einen Raum, der die besonderen Qualitäten der Stadt Boppard am Rhein sichtbar und erlebbar macht. Die Planung verbindet Grün, Aufenthaltsqualität, Geschichte und den unmittelbaren Zugang zum Rhein“, sagt Bürgermeister Jörg Haseneier.
24,09 Millionen Euro Baukosten prognostiziert
Die aktuelle Kostenprognose für die Gesamtmaßnahme beträgt 24,09 Millionen Euro, Stand August 2026. Für das Projekt wurde eine Förderquote von 80 Prozent der förderfähigen Kosten festgesetzt. Gefördert werden Bau- und Baunebenkosten. Die Finanzierung erfolgt unter anderem im Rahmen der Städtebauförderung „Lebendige Zentren – Aktive Stadt“.
Ein wichtiger Bestandteil ist die Ertüchtigung der Ufermauer. Der erste Sanierungsabschnitt umfasst rund 330 Meter zwischen dem Bereich des Fähranlegers und dem Karmelitergebäude. Zur dauerhaften Sicherung werden aktuell rund 1.200 Rückverankerungen gesetzt. Entlang des Ausbaubereichs wird außerdem das Geländer vollständig erneuert. Vorgesehen ist ein Geländer mit horizontalen Querholmen.
Karmeliterplatz wird neugestaltet
Der Karmeliterplatz erhält eine einheitliche Oberflächenbefestigung und neue Sitzmöglichkeiten.
Der Platz soll dadurch stärker als Aufenthaltsort am Rhein wahrnehmbar werden. Die derzeit abgesperrten Rampenwege zu den Rheinstufen sollen weiterentwickelt und wieder für die Bevölkerung zugänglich gemacht werden. Im unteren Bereich ist eine Sitztreppe am Rhein vorgesehen. Der historische Standort des ehemaligen Rheinkrans wird auf der oberen Ebene gestalterisch nachgezeichnet. Stahltreppen verbinden die verschiedenen Ebenen miteinander.
Mehr Grün in den Georg-Francke-Anlagen
Zur Begrünung der Georg-Francke-Anlagen sind Stauden und Ziersträucher vorgesehen. Sie fügen sich harmonisch in die Landschaft ein und besitzen Vorteile für die Umgebung. Der Baumbestand soll bei der geplanten Umgestaltung vollständig erhalten bleiben. Die Gehwege werden mit einem komplett neuen ungebundenen Oberflächenbelag aufgebaut. Die vorhandene Brunnenanlage bleibt im Bestand erhalten, der Brunnenvorplatz erhält eine neue Pflasteroberfläche, farblich abgestimmt und passend zum Bestand des Brunnens.
In der gesamten Rheinallee wird mit dem Projekt der Baumbestand erhöht. Insgesamt sollen ca. 50 Großbäume neu gepflanzt werden, dabei handelt es sich durchweg um klimaangepasste Zukunftsbäume. 22 Großbäume wurden bereits verpflanzt.
Neue Parkbühne für Veranstaltungen
Der nicht mehr verkehrs- und standsichere Musikpavillon wurde zurückgebaut. An seiner Stelle entsteht künftig eine neue Parkbühne aus Einzelmodulen. Auch die Außenanlagen und der Platz vor der Bühne werden neugestaltet. Die Rheinallee erhält zudem ein vielfältiges Angebot an Sitzmöglichkeiten – von klassischen Bänken mit Rücken- und Armlehnen bis hin zu unterschiedlich hohen Sitzauflagen und Platzbänken. Für die Beleuchtung sind rund vier Meter hohe Lichtstelen vorgesehen. Sie werden zwischen den Bäumen angeordnet und strahlen in beide Richtungen ab.
Neuordnung des Verkehrs
Mit der Neugestaltung soll die Rheinallee stärker als Aufenthalts- und Promenadenraum wahrgenommen werden. Die Planung sieht deshalb vor, den Bereich weitgehend vom Autoverkehr freizuhalten. Zur Steuerung des Verkehrs sind unter anderem vollautomatische Senkpoller für die Innenstadt und die Rheinallee vorgesehen.
Umsetzung in mehreren Bauabschnitten
Die Rheinallee wird schrittweise umgestaltet. Mehrere Bau- und Fachlose wurden inzwischen vergeben. Die Neugestaltung der Rheinallee ist Teil der langfristigen städtebaulichen Entwicklung Boppards. Die Umsetzung soll im Vorfeld der Bundesgartenschau 2029 abgeschlossen werden.
Mit der neuen Rheinallee entsteht ein zusammenhängender öffentlicher Raum am Rhein, der Promenade, Grünanlagen, Plätze und Aufenthaltsbereiche miteinander verbindet.
