Mit dem Betrauungsakt für die Jahre 2026 und 2027 verpflichtet sich die Stadt Boppard gegenüber dem GKM, mögliche Verluste des Heilig-Geist-Krankenhauses in Boppard bis zu einem Volumen von zwei Millionen Euro auszugleichen. Die Stiftung Hospital zum Heiligen Geist beteiligt sich mit 200.000 Euro an dieser Unterstützung. Weitere 100.000 Euro steuert der Förderverein des Krankenhauses bei.
Bereits am vorangegangenen Betrauungsakt des Rhein-Hunsrück-Kreises für den Zeitraum Juli 2024 bis Dezember 2025 hatten sich die Stadt Boppard und die Stiftung maßgeblich finanziell beteiligt. Insgesamt wurden für die Jahre 2024 bis 2027 rund vier Millionen Euro für Verlustausgleiche zugesagt beziehungsweise bereitgestellt. Davon entfallen rund 2,3 Millionen Euro auf die Stadt Boppard, rund eine Million Euro auf die Stiftung Hospital zum Heiligen Geist, rund 600.000 Euro auf den Rhein-Hunsrück-Kreis und 100.000 Euro auf den Förderverein des Krankenhauses.
Angesichts der angespannten öffentlichen Haushalte von Stadt und Kreis sowie der begrenzten finanziellen Möglichkeiten von Stiftung und Förderverein ist dieses gemeinsame Engagement eine besondere Kraftanstrengung. Es soll dazu beitragen, den Krankenhausstandort Heilig Geist in Boppard auch über das Jahr 2027 hinaus zu sichern. Parallel dazu führen die Stadt Boppard und das Gemeinschaftsklinikum Mittelrhein Gespräche über die weitere Ausgestaltung des Zukunftskonzepts für das Heilig-Geist-Krankenhaus. Erste Maßnahmen wurden bereits zum 1. Juli 2026 umgesetzt: Das Haus konzentriert sich künftig auf Geriatrie, Innere Medizin, Psychosomatik, Wundmedizin und Plastische Chirurgie. Die chirurgische Abteilung und die Zentrale Notaufnahme wurden geschlossen; entsprechende Leistungen werden innerhalb des Klinikverbunds beziehungsweise durch ein Erstversorgungsteam in Boppard für Patienten mit nicht lebensbedrohlichen akuten Beschwerden sichergestellt. Die Intensivstation wurde in eine Intermediate-Care-Einheit (IMC) umgewandelt.
„Die Stadt Boppard steht weiterhin fest an der Seite unseres Krankenhauses. Die vereinbarte finanzielle Unterstützung ist ein wichtiges Signal, dass wir gemeinsam mit der Stiftung und dem Förderverein Verantwortung für die Zukunft des Standortes übernehmen“, erklärt Bürgermeister Jörg Haseneier. „Wir setzen große Hoffnungen in die weiteren Gespräche und auch in die neue Landesregierung. Ich hoffe sehr, dass die gemeinsamen Kraftanstrengungen aller Beteiligten dazu führen, dass sich die Regioklinik in Boppard auf einem guten Weg befindet und wir unseren Krankenhausstandort langfristig erhalten können.“
