Die Eingewöhnung

Die naturnahe Kita erfordert, ebenso wie der Besuch einer herkömmlichen Kita, eine Phase der Eingewöhnung.
Ziel ist es, den Übergang für Kinder so zu gestalten, dass sie ihn bewältigen können und eine sichere Beziehung zu den Erzieher*innen aufbauen können.
Denn:
- Kinder werden mit einer neuen Institution außerhalb ihres bisher gewohnten familiären Umfeldes konfrontiert.
- Sie müssen sich mit Erwachsenen und Kindern auseinandersetzen, die ihnen bisher fremd waren.
- Sie lernen neue Regeln, Grenzen und erweiterte Spielmöglichkeiten kennen.
- Sie müssen sich von ihren Eltern für eine bestimmte Zeit trennen.
- In der naturnahen Kita werden die Kinder ihre Zeit größtenteils im Freien verbringen. Die Kinder wachsen in diese Bedingungen hinein, d.h. im Laufe ihrer Kita-Zeit werden sie „waldtauglich“. Unterstützend ist dabei eine positive Einstellung der Familien gegenüber der naturnahen Pädagogik und den damit verbundenen Rahmenbedingungen.
Zu der Eingewöhnungsphase gehört, dass die Eltern diese Phase (mind. 5-10 Tage) mittragen und ihr Kind in dieser Zeit begleiten und es sozusagen langsam an die Erzieher*innen der Gruppe übergeben. Dieser Prozess kann gegebenenfalls auch eine längere Zeit in Anspruch nehmen.
Zunächst starten die sogenannten „Frischlinge“ mit einem Elternteil um 11:00Uhr an einem Waldplatz in der Kindergruppe. Die anwesende Zeit wird dann in Absprache der Erzieher jeden Tag etwas nach vorne gezogen, bis der gesamte Tagesablauf der Kernzeit kennengelernt wurde. Dabei ziehen die Eltern sich nach individueller Absprache mit den Erzieher*innen von Tag zu Tag mehr zurück und ermöglichen so diesen, einen intensiveren Kontakt zum Kind aufzubauen und eine erste Vertrauensbasis anzulegen. Dieser Prozess ist sehr individuell und orientiert sich an den Bedürfnissen der Kinder. Eine enge Kooperation mit den Eltern ist hier sehr wichtig. Die Eingewöhnung mit den Eltern ist abgeschlossen, wenn sich das Kind von der Erzieher*in auch trösten und ggf. wickeln lässt.

Eltern und Erzieher*innen haben in dieser Phase Gelegenheit, sich näher kennen zu lernen und Fragen zur Arbeit und dem täglichen Ablauf zu klären.
Wenn das Kind es geschafft hat, zum ersten Mal ohne Begleitung, alleine einen Morgen mit der Waldgruppe zu verbringen , erhält es im Abschlusskreis einen Waldorden, mit seinem Symbol und seinem Namen versehen, als sichtbares Zeichen seiner Zugehörigkeit zur Winkelholzbande.
Besonderheiten
Bei der Aufnahme der 2 ¾ jährigen Kinder gestaltet sich die Eingewöhnungsphase etwas anders. Häufig dauert sie etwas länger und ist zunächst auf die Waldzeit beschränkt, da die Kinder mit dieser Stundenzahl und den vielen neuen Eindrücken an der frischen Luft vollkommen ausgelastet sind.
Ab dem 3. Geburtstag können die Kinder an dem erweiterten Öffnungsangebot des Kindergartens teilnehmen, sofern der Entwicklungsstand des Kindes die erforderliche emotionale und körperliche Stabilität mitbringt.
Hospitationen/Schnuppertage des Kita-Nachwuchses mit Eltern oder Familien-angehörigen sind nach Absprache mit den Erzieher*innen auch zu früheren oder zu späteren Zeitpunkten sehr willkommen.
Sie erhalten hierbei die Möglichkeit Kontakte zu knüpfen und einen intensiveren Einblick in die tägliche Arbeit zu gewinnen.
Zusätzlich legen wir im Monat Dezember für Eingewöhnungen eine Winterpause ein.
Der Dezember ist ein Monat mit besonderer Witterung, Dunkelheit, die aber auch Heimlichkeit und Weihnachtslichterzauber entfacht. Für alle Kinder ist der Advent eine Zeit großer Spannung, Vorfreude und Aufregung.
Für die kleinsten, die neu zu uns in die Kita kommen, ist ein „normaler“ Kitatag bereits aufregend genug. Sie sammeln täglich viele neue Eindrücke und müssen diese verarbeiten. Sie sollen behutsam Vertrauen finden und dafür bedarf es einer intensiven Zuwendung. Um dies zu ermöglichen, aber auch den erfahrenen Waldkindern die bezaubernde Weihnachtszeit nicht zu nehmen, nehmen wir in diesem Monat keine neuen Kinder auf.