Unser Bild vom Kind
„Der Mensch ist nicht nur er selbst.
Er ist alles, was er sieht;
alles, was ihm zufließt,
aus tausend Quellen.
Er ist das Land,
die Erhebung der Berge,
die Weite der Täler.“
- Mary Austin
Unser Bild vom Kind
Ausgangs- und Orientierungspunkt unserer Arbeit in der Kita ist das Kind. Es steht im Mittelpunkt unseres Tuns, von ihm aus entwickeln sich Ziele und pädagogische Angebote.
Um unsere grundlegende pädagogische Arbeit in der Kita verstehen zu können, ist es wichtig, unser Bild vom Kind in kurzen Zügen zu erläutern.
Wir gehen in unserer Arbeit davon aus, dass Kinder
- Individuen sind und das sie einmalig sind. Jedes Kind bringt seine ganz individuelle Persönlichkeit mit in die Kita.
- geprägt sind von ihren ersten Lebenserfahrungen zu Hause.
- ein Recht auf ihre Kindheit und auf die Entfaltung ihrer eigenen Entwicklungs-möglichkeiten haben.
- „Im Hier und Jetzt“ leben.
- ihren Entwicklungsweg möglichst nach ihrem Zeitrhythmus wählen und gehen können.
- in ihren Handlungen und ihrem spontanen Spiel immer gegenwartsbezogen sind.
- neugierig, offen, interessiert und immer bereit sind zu lernen.
- über die konkrete Handlung lernen, indem sie etwas praktisch tun, in der Bewegung und mit all ihren Sinnen.
- alles aufnehmen, Hypothesen aufstellen und wieder verwerfen
- durch Versuch und Irrtum, durch Nachahmung und Übung lernen.
- selbst tätig sein und eigene Erfahrungen machen wollen.
- andere Kinder brauchen, um mit- und voneinander zu lernen. Sie brauchen verlässliche und liebevolle Erwachsene, die sie in ihrem Tun begleiten und unterstützen.
- das Spiel als die grundlegende Form kindlicher Aneignung von Welt brauchen. In ihm erproben sie sich und erlangen Sicherheit im Umgang mit dem Alltag.
Unsere Haltung und unser Rollenverständnis als pädagogische Fachkraft
Wenn ein Kind neu in unsere Kita kommt, heißt dies für uns immer wieder, sich einzulassen auf das Wagnis „Mensch“, sich einzulassen auf ein neues Wesen, sich zu öffnen, Vertrauen zu schenken, Geborgenheit und Schutz anzubieten, Begegnung zu ermöglichen, kurz:
Das Kind so anzunehmen, wie es ist.
Diese unangefochtene Achtung und Annahme des Kindes stellt für uns die Grundvoraussetzung einer wohlwollenden und förderlichen Erziehung dar.
Wir wollen die Kinder nicht ändern, sondern verstehen, warum sie so sind, wie sie sind. Dazu bauen wir einen intensiven Kontakt zu den Kindern auf. Sie sollen uns vertrauen können.
Der Kontakt und der regelmäßige Austausch mit den Eltern sind dazu ebenfalls sehr wichtig.
Es gehört zu unseren Aufgaben als Erzieher*innen, die Kinder mit ihren Erfahrungen nicht alleine zu lassen, sondern sie in ihrer Entwicklung zu begleiten. Das bedeutet auch, sie zu motivieren neue Erfahrungen zu machen und damit ihren Handlungsspielraum zu erweitern.
Wir wollen ihnen helfen, wo es nötig und von den Kindern erwünscht ist, aber auch geduldig abwarten, bis Kinder selbst bereit sind für neue Lernfortschritte.
Unsere Ziele - Leitgedanken
Auf der Basis dieser Grundannahme leiten sich für uns folgende vier Hauptziele oder Leitgedanken für unsere Arbeit ab. Sie gelten als Eckpfeiler, als sog. Stützmauern unserer Arbeit, die maßgebend für unser pädagogisches Handeln sind und denen wir uns verpflichtet fühlen.
Sie haben zum Ziel, die Persönlichkeit des Kindes anzunehmen, zu stärken, zu stabilisieren und zu fördern, hin zu einem lebensfrohen und lebenstüchtigen Menschen.
Dazu achten wir besonders auf folgende Lernfelder:
"Wer bin ich, was kann ich? Ich bin ich!"
Ich bin gut so wie ich bin
- Sich selbst kennen und einschätzen lernen
- Selbstakzeptanz
- Autonomie und Selbstständigkeit erlangen
- Die Bedeutung sprachlicher Ausdrucksfähigkeit erkennen
Ich und Du - Zusammenleben mit anderen Menschen
- Den Umgang mit anderen erfahren, Sozialverhalten einüben, Rücksichtnahme und Toleranz gegenüber anderen
- Eigene Bedürfnisse zurückstellen können
- Die Wichtigkeit sprachlicher Ausdrucksfähigkeit im täglichen Miteinander erleben
Ich entdecke die Welt oder: Aus Erfahrung wird man klug!
- Alltagsbewältigung und Handlungskompetenz erlangen durch be-greifbares Tun
- Neugierde entdecken und
- Neugierde wecken
- Erweiterung des Wissensrepertoires durch Forschen, Experimentieren und Erkunden
- Erleben und Lernen mit allen Sinnen
- Lernen durch Versuch und Irrtum
- Hypothesen aufstellen
Ich spiele, was ich erlebt habe!
- Viele Freispielmöglichkeiten schaffen
- Kindern Raum und Zeit geben zur Verarbeitung von Erfahrungen und Erlebnissen
- Auch Ruhephasen ermöglichen